Heddesheim

Heddesheim Podiumsdiskussion in der Reihe „Miteinander statt Gegeneinander“ am 16. Oktober im Bürgerhaus

Religionen auf der Suche nach dem „Wir“

„Religionen auf der Suche nach gemeinsamen Werten“: So lautet das Thema der dritten offenen Podiumsdiskussion der Heddesheimer Reihe „Miteinander statt Gegeneinander – Kulturen im Gespräch“. Vier Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen diskutieren am Mittwoch, 16. Oktober, ab 19.30 Uhr im großen Saal des Heddesheimer Bürgerhauses über die Frage, ob die großen Religionen nicht nur gemeinsame Wurzeln, sondern auch gemeinsame Wertvorstellungen haben. Ob sie zeitgemäß sind oder sich einem gesamtgesellschaftlichen Ethikcodex öffnen sollten – und wie das friedliche Miteinander trotz aller Unterschiede gelingen kann. Das Publikum kann dabei mitdiskutieren und Fragen stellen.

Veranstalter ist das Projektbündnis „Miteinander statt Gegeneinander“ (MSG), das sich vor rund einem Jahr in Heddesheim aus der Literaturgruppe des Kunstvereins, dem Arbeitskreis Flucht und Asyl, der Volkshochschule, der Gemeindebücherei sowie dem Verein Multikulturelles Frauentreffen gegründet hat. Moderiert wird die Veranstaltung von Eva Martin-Schneider. Die Initiatorin der Gesprächsreihe freut sich dabei auf die Unterstützung durch Susanne Werner von der Bundeszentrale für politische Bildung: „Sie kommt extra aus Berlin nach Heddesheim. Das unterstreicht die überregionale Bedeutung unserer Veranstaltung.“

Prominente Besetzung

Die belegt freilich auch das mit Friedhelm Hengsbach durchaus prominent besetzte Podium. Eva Martin-Schneider hatte dem emeritierten Professor für christliche Gesellschaftsethik bei einer Veranstaltung über dessen Buch „Was ist los mit Dir, Europa?“ gelauscht und war begeistert: „Ich habe ihn noch vor Ort angesprochen, um ihn für unsere Diskussion zu gewinnen“, erzählt die Leiterin der Literaturgruppe. Und Hengsbach sagte zu ihrer großen Freude schon wenig später zu. Mit ihm zugleich einen Sozialethiker in der Runde zu haben, findet die Moderatorin für das Thema geradezu „genial“. Aber auch die anderen Teilnehmer musste Eva Martin-Schneider nicht lange bitten: „Es ging ganz schnell, und jetzt bin ich sehr gespannt auf den Abend.“

Projekt für Förderung ausgwählt

Es ist die inzwischen dritte Veranstaltung des Heddesheimer Bündnisses, das seit dem Frühjahr durch das Förder- und Qualifizierungsprogramm „Miteinander Reden“ der Bundeszentrale für politische Bildung auf zwei Jahre finanziell unterstützt wird. Aus mehr als 300 eingesandten Bewerbungen waren in einem Wettbewerb 100 innovative Dialogprojekte für die Förderung ausgewählt worden – darunter die Heddesheimer Gesprächsreihe.

Das Programm zielt auf Akteure im ländlichen Raum ab und fördert Ideen und Vorhaben, die zum respektvollen Miteinander, zur Kommunikation und Teilhabe aller Gruppen in der lokalen Gemeinschaft beitragen wollen (www.miteinanderreden.net).

„Seit 2006 beschäftigen wir uns in der Literaturgruppe mit Kulturvermittlung“, berichtet Eva Martin-Schneider von den Anfängen. „2015 stellten wir uns angesichts der Menschen, die im Ort Zuflucht fanden die Frage: Was meint Integration wirklich?“ Spontan entstand die Idee zum Konzept von „Miteinander statt Gegeneinander – Kulturen im Gespräch“. Schnell waren der Arbeitskreis Flucht und Asyl, die VHS, die Bücherei und das Frauentreffen im Boot. „Der Vernetzungsgedanke ist mir sehr wichtig“, erklärt die Initiatorin, deren Wunsch es außerdem ist, „die Gesprächskultur vor Ort, also das Miteinander-Reden zu beleben“. Nur so sei es möglich, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Der Eintritt zu der Podiumsdiskussion ist frei. Der Verein der Multikultifrauen sorgt für internationales Fingerfood und freut sich über Spenden für seine Arbeit.