Heddesheim

Heddesheim Eröffnung der Ausstellung „300 Jahre Altes Rathaus – 50 Jahre neues Rathaus“ / Sehenswerte Fotos und Dokumente

Schau holt Geschichte zurück ins Gedächtnis

Archivartikel

Eigentlich ist das Heddesheimer Rathaus Samstagmorgens geschlossen. Doch nun kamen zahlreiche Interessierte zur Eröffnung einer Ausstellung von IG Heimatgeschichte und Gemeinde, die den beiden Rathäusern gewidmet ist. Denn nicht nur das Alte Rathaus feiert 300. Geburtstag, auch das neue Rathaus kann sich mit dem Feuerwehrgerätehaus feiern lassen: Es besteht seit 50 Jahren.

„Das Rathaus ist das Wahrzeichen der Gemeinde“, sagte Bürgermeister Michael Kessler und zeigte die Entwicklung Heddesheims mit der Verdoppelung der Einwohnerzahl auf und der damit damals verbundenen Notwendigkeit einer modernen Verwaltung in einem neuen Rathaus. „Ohne das neue Rathaus wäre die Prosperität von Heddesheim nicht möglich gewesen“, so Kessler. Ein Glücksfall also – trotz der 60er-Jahre-Architektur von Sparkasse, Feuerwehr und Rathaus. Alle drei Gebäude wurden vom selben Architekten entworfen. „Dem Bauerndorf Heddesheim hat man ein Denkmal gesetzt“, so Michael Kessler heute. Als vor 50 Jahren das neue Rathaus eingeweiht wurde, war sein Vater Fritz Kessler Bürgermeister. Michael Kessler erinnert sich, wie er damals als Kind noch im Alten Rathaus auf dem Dachboden gespielt hat. Das war damals das Archiv der Gemeinde. Und an noch eine Begebenheit erinnert er sich: Bei der Eröffnung der des neuen Rathauses war Fußballlegende Sepp Herberger zugegen: „Ich durfte als kleiner Bub neben Sepp Herberger sitzen.“

Heute, 50 Jahre später, ist es Zeit für eine Gedenkausstellung, die eigentlich mit dem 300. Jubiläum des Alten Rathauses begann. Dabei „wurde festgestellt, dass das neue Rathaus und das Feuerwehrgerätehaus ebenfalls Jubiläum feiern können, da sie vor genau 50 Jahren eingeweiht wurden“, so Kuratorin Edith Sollich von der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte. Doch zwei Jubiläen in eine Ausstellung zu packen, war eine Herausforderung: „Wir haben nicht gedacht, dass die Ausstellung so umfangreich wird.“ Nach intensiver Recherche und Archivarbeit kam ein sehenswerter und erlebnisreicher Rückblick in die Heddesheimer Geschichte zutage: Neben Edith Sollich haben insbesondere auch Melissa Gül, Steffi Fleck und Christa Huber an dem Gelingen mitgewirkt.

Gezeigt werden Aufnahmen und Unterlagen vom Abriss der alten Gebäude, der Planung sowie dem Rathausbau. Es ist ein Ausflug in die Geschichte, die mit der Ausstellung wieder zurückgeholt wird in das Gedächtnis der Menschen. Es lohnt sich, die vielen Fotos genau anzusehen, es stecken sehr viele geschichtliche Details darin.

Die Ausstellung ist noch mindestens bis Ende August zu den üblichen Öffnungszeiten im Foyer des neuen Rathauses zu sehen. dle