Heddesheim

Heddesheim Sparkasse übergibt 5000 Euro an Ökumenischen Sozialfonds / Gemeinsame Initiative von Gemeinde und Kirchen

Schnelle Hilfe in finanziellen Notlagen

Wer in finanzielle Not gerät, braucht schnelle und unkomplizierte Hilfe. Der Weg zur Hausbank kann eine Lösung sein. Doch ist die Lage so ernst, dass keine Kreditwürdigkeit besteht, kann es schwierig werden. Der alternative Gang zum Sozialamt ist mit Bürokratie verbunden und somit meist zeitaufwändig. „Da können schon Beträge im dreistelligen Bereich zu einer unüberwindbaren Hürde werden“, sagt Sozialarbeiter Andreas Böhm von der Gemeinde Heddesheim. Er gehört dem Beirat des Ökumenischen Sozialfonds an, der Menschen in Not schnelle Hilfe gewährt. Die Sparkasse Rhein Neckar Nord unterstützt den Fonds mit einer Spende in Höhe von 5000 Euro.

Der 2015 als Verein gegründete Fonds ist eine gemeinsame Initiative der Gemeinde Heddesheim sowie der katholischen und der evangelischen Kirche. „Seither konnten wir in 28 Fällen den Menschen, die uns um Hilfe baten, aus der Bredouille helfen“, so Böhm. Darunter auch ein auf ein elektrisch betriebenes medizinisches Gerät angewiesener Mann, dem aufgrund von Zahlungsrückständen der Strom abgestellt wurde. „Das war ein extremer Fall, bei dem der fehlende Kleinbetrag nicht nur existenz-, sondern gar lebensbedrohlich hätte sein können“, sagt Böhm. Im Beirat des Fonds entscheidet er im Konsens mit je einem Vertreter der beiden Kirchen über die Mittelverwendung.

„Projekt ist Vorbild“

„Solche Extremfälle zeigen mir, dass der Verein gerade dort sinnvoll wirken kann, wo der Weg über Ämter oder auch Kreditinstitute zu lang dauern würde. Ich bin mir sicher, dass unsere Spende hier an der richtigen Stelle ist“, begründet Helmut Augustin, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rhein Neckar Nord, die Spende seines Instituts. Er hoffe, dass der Heddesheimer Sozialfonds anderen Gemeinden als Vorbild dient. Das Projekt habe Leuchtturmcharakter und sei ein starkes Signal für Menschlichkeit. Das sieht auch Heddesheims Bürgermeister Michael Kessler so: „Unser Sozialfonds ist etwas Besonderes. Es zeigt, dass schnelles und unbürokratisches Helfen möglich ist, wenn mehrere Institutionen sich zusammenschließen. Das Trio aus Gemeinde und den beiden Kirchen zieht hier an einem Strang.“ Neben der Akuthilfe führt der Fonds seit 2016 eine Weihnachtsaktion für Bedürftige durch. Dabei wurden bisher Lebensmittelgutscheine in Höhe von insgesamt 5000 Euro an bedürftige Haushalte verteilt. „Die Spende der Sparkasse kommt da gerade recht“, bedankt sich Böhm. Neben Unternehmensspenden wird der Fonds vor allem aus Gottesdienst-Kollekten und privaten Zuwendungen gespeist. Die Vergabe von Mitteln an Bedürftige erfolgt als Spende, als Darlehen oder als Kombination aus beidem.

Die aktuelle Spende der Sparkasse stammt aus den Erlösen des „PS-Sparens“. Dabei kauft der Sparer Lose zu fünf Euro. Vier Euro werden angespart, ein Euro kostet die Teilnahme an der Lotterie, bei der es bis zu 10 000 Euro zu gewinnen gibt. Ein Viertel dieses Einsatzes spendet die Sparkasse für gemeinnützige Zwecke. Fast 100 000 Euro waren es allein im Jahr 2017. red