Heddesheim

Heddesheim Heute wird die Grundsteinlegung an der Hans-Thoma-Schule gefeiert

Schüler-Bilder und Chronik wandern in die „Zeitkiste“

Archivartikel

Wenn heute Vormittag an der Hans-Thoma-Schule die Grundsteinlegung für die neue Turnhalle und das Schulhaus mit Mensa gefeiert wird, verschwinden auch rund 40 kleine Kunstwerke aus Schülerhand für viele Jahre. Zum Thema „Mein Leben als Grundschulkind“ haben Viertklässler der Schule mit Buntstiften ihre Gedanken festgehalten. Zu sehen sind Mädchen und Jungs bei ihren Hobbys, mit der Familie, in der Schule.

Die Zeichnungen werden einmal Dokumente der Zeitgeschichte sein. Denn gemeinsam mit einigen weiteren Dingen, darunter die Ortschronik von Heddesheim und ein Exemplar dieser Zeitung, sollen sie heute in der „Zeitkiste“ verschlossen werden, die bei der Feier in den Grundstein eingemauert wird. Sollte in ein paar Jahrhunderten also irgendwer diese Kapsel öffnen, wird er sich buchstäblich ein Bild von der heutigen Zeit machen können. Und vielleicht liest dieser „Zukunftsmensch“ auch diese Zeilen. Dann erfährt er noch etwas mehr über die beiden Gebäude an der Heddesheimer Grundschule, die im Jahr 2018 neu entstehen.

Die Baustellen gehören seit Jahresbeginn quasi zum Schulalltag. „318 Schüler machen die Bauaufsicht“, erzählt Rektorin Dagmar Knispel lachend. Natürlich ist der Pausenhof zwangsläufig geschrumpft, „aber wir arrangieren uns“, sagt sie gelassen. Auch das – mangels Turnhalle – notwendige Ausweichen auf andere Sportstätten im Ort klappe dank Unterstützung der Gemeinde und Kooperation der Schulen prima. Wenn nicht in den eigenen Pausenhof oder den Saal der Alten Schule, geht’s für die Kinder zum Sportunterricht eben per Bus in die sanierte Turnhalle der Karl-Drais-Schule, in die Nordbadenhalle, ins Schwimmbad, im Winter auf die Eisbahn oder im Sommer auf den Tennisplatz.

Voraussichtlich Ende dieses Jahres soll die neue Turnhalle der Hans-Thoma-Grundschule fertig sein, erklärt Rolf Morr vom Bauamt. Derzeit laufen die Arbeiten am Dach, an den Fenstern und an der Haustechnik. Die Baustelle für das Schulhaus mit Mensa wird den Schulalltag noch etwas länger begleiten. Aktuell entsteht der Rohbau. Wenn alles nach Plan läuft, werde in etwa zwei Wochen das Erdgeschoss samt Decke komplett sein, so Morr.

Zum Schuljahr 2019/2020 muss das gesamte Gebäude fix und fertig stehen. Dann soll schließlich aus zwei Grundschulen eine werden: Die bisherigen Johannes-Kepler-Schüler ziehen fortan ebenfalls in die Gebäude an der Schulstraße ein, um ihr angestammtes Reich der wachsenden Karl-Drais-Gemeinschaftsschule zu überlassen.

Während die Hans-Thoma-Schüler dieser Tage durch die Fenster im Bauzaun die Fortschritte an ihrem neuen Gebäude beäugen, freut sich Rektorin Knispel mit ihren 318 neugierigen „Bauaufsehern“. „Es ist sehr spannend, zu sehen, wie die Pläne, die wir mitgestalten durften, Realität werden“, sagt sie. „Wir wurden viel einbezogen, und wir haben vieles umsetzen können“, betont Knispel. Als Beispiele nennt sie die Differenzierungsräume, die zwischen den Klassenzimmern für Gruppen-Arbeit oder Förderunterricht dienen, sowie den Bereich mit mehreren kleinen Waschbecken, der bei den Mensa-Toiletten entstehen soll: „Damit sich alle Kinder vor dem Essen die Hände waschen können.“

Wenn alles einmal fertig ist, wird die Gemeinde für die beiden Neubauten nach derzeitigem Stand wohl mehr als 6,5 Millionen Euro investiert haben. Und wer weiß: Vielleicht hat ja auch der unbekannte Zukunftsmensch, der das hier einmal liest, als Schüler auch davon profitiert . . .