Heddesheim

Heddesheim Mehr als 6800 Euro für Kinder in Peru gesammelt / 60 Mädchen und Jungen sorgen für Teilnahmerekord / Diesmal nicht beim Neujahrsempfang

Spaghetti und Süßigkeiten stärken Sternsinger

Der 6. Januar ist ein ganz besonderer Tag für viele Kinder und Jugendliche auf der Welt – so auch in Heddesheim. Endlich dürfen sie wieder durch die Straßen laufen, laut singen und vor allem Geld sammeln. „Wow, so viel!“, kommentierten die kleinen Könige und Königinnen nicht selten die Spenden in ihren Büchsen.

Bereits Anfang November des Vorjahres gingen die Planungen für den Dreikönigstag los. An mehreren Tagen trafen sich die Begleiter mit der Organisatorin und Leiterin der Aktion, Ursula Fritz-Klumpp. Schließlich gibt es immer viel zu tun, auch, wenn die meisten schon durch jahrelange Erfahrung regelrechte Sternsingerexperten sind. Jedes Jahr wird unter anderem abgestimmt, welche Lieder und Texte vorgetragen werden, es werden Plakate mit Informationen zur Anmeldung gebastelt und diese dann in Schulen, Kindergärten und anderen Institutionen ausgehängt.

Bis spätestens Anfang Januar sammeln die Begleiter alle Listen wieder ein, um schon mal Kreuzchen in den Stadtplan einzutragen. So geht die Einteilung der Strecken, welche die jeweiligen Gruppen laufen, schneller. Möchte man jedenfalls meinen. Trotz des ausgeklügelten Sternsingerprogramms auf einem Laptop, vor dem sich dann alle Gruppenleiter zusammensetzen, dauert das Ganze dann doch ein paar Stunden. Das Schöne an der Arbeit: Keiner ist genervt oder empfindet es als anstrengend. Jeder Begleiter ist stolz, dass es immernoch Kinder gibt, die gerne den ganzen Tag bis zum Einbruch der Dunkelheit durch den Ort laufen, um Gleichaltrigen zu helfen. „Dass dieses Jahr so viele Kinder mitmachen, ist ein absoluter Rekord für Heddesheim!“, freute sich Fritz-Klumpp sehr. Insgesamt waren nämlich 60 Mädchen und Jungen dabei.

Bei der Sternsingeraktion 2019 wurde Geld für Kinder mit Behinderungen in Peru gesammelt. Dazu haben sich alle an einem der Treffen einen 20-minütigen Film angeschaut. Am Sonntag wurden davon beim Gottesdienst ein paar Eindrücke auf eine Leinwand projiziert. Nach der Kirche ging es für alle Kinder und 31 Helfer ins St. Remigiushaus zum traditionellen Nudelessen. Denn ohne die große Portion Spaghetti hätten die kleinen Boten wahrscheinlich nur halb so gut gesungen.

„Stern über Betlehem“ und „Im Namen des Vaters sind wir hier“ trällerten die Sternsinger so laut wie möglich – auch manch ein Nachbar aus dem Nebenhaus wurde dadurch aufmerksam. Begleiter Gabriel Pfenning erzählte, dass seine Gruppe mit ihrem schönen Gesang „Personen zu Tränen rührte“. Über die Süßigkeiten, die die Sternsinger als Belohnung von den Spendern erhielten, freuten sie sich natürlich ungemein.

Nachdem sie den Segenswunsch „20*C+M+B+19“ mit der gesegneten Kreide an die Türen der Häuser und Wohnungen geschrieben hatten, eilten sie zurück ins Remigiushaus. Dort gab es Abendbrot, und die Süßigkeiten wurden fair verteilt. „Ich finde es so toll, dass vor allem die kleinen Kinder trotz des schlechten Wetters bis zum Ende durchgehalten und super gesungen haben“, sagte Begleiterin Corina Klemm begeistert.

Ein wenig traurig zeigte sich Organisatorin Ursula Fritz-Klumpp darüber, dass die Sternsinger nicht zum Neujahrsempfang im Bürgerhaus am kommenden Sonntag eingeladen seien. Trotzdem konnten mit der diesjährigen Aktion mehr als 6800 Euro gesammelt werden, worüber alle mehr als glücklich waren. Zum krönenden Abschluss erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde, welche wie immer von Jörg Klumpp erstellt worden war.