Heddesheim

Heddesheim Workshop über Integration und Inklusion im Sport

Unter vollem Reifeneinsatz um den Sieg gekämpft

Aller Anfang ist schwer, das Thema ein sensibles und nicht unbedingt typisch für einen Sportverein. Umso mehr hat der erste „Workshop für Integration und Inklusion im Sport“ der Turngemeinde (TG) Heddesheim die Erwartungen der Initiatoren übertroffen. Das Ziel, Berührungsängste abzubauen sei voll und ganz erreicht worden, berichten die Organisatoren. Während des Workshops konnten Menschen ohne Handicap beispielsweise am eigenen Leib erfahren, welche Herausforderungen Rollstuhlfahrer meistern oder wie Sport für Blinde möglich ist. Bei allem kam der Spaß nicht zu kurz.

Verschiedene Stationen

Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung durch Initiator Ciamak Abkai, der bereits das Projekt Integration durch Sport ins Leben gerufen hatte, durften sich die einzelnen Teams an den verschiedenen Stationen mit jeweils ungewohntem Handicap ausprobieren.

„Der Grundgedanke war, ungewohnte Herausforderungen zu schaffen, eine Grundfähigkeit wie zum Beispiel das Sehen wegzunehmen, um sie durch eine andere zu ersetzen“, erklärt Abkai. Zudem sollte der Workshop zeigen, „was wir von Rollstuhlfahrern lernen können, welche ja häufig mit Hindernissen konfrontiert sind, die von uns gar nicht als solche wahrgenommen werden.“

So galt es etwa beim Boule-Spielen, mit verbundenen Augen den Zielgegenstand über das Gehör statt über die Augen zu orten oder im Rollstuhl einen Parcours mit Rampe, Absatz und Ähnlichem zu meistern. Ein Highlight war auch das Rollstuhl-Rugby unter der professionellen Anleitung von Heiko Striehl und seinem Team. In speziellen Sportrollstühlen kämpften die Teilnehmer auf einem abgesteckten Spielfeld – unter vollem Reifeneinsatz – hart um den Sieg, und so mancher Spieler wird vermutlich durch einen nicht unerheblichen Muskelkater in den Armen auch die nächsten Tage noch oft an die Veranstaltung erinnert werden.

Für die Bewirtung sorgte der Arbeitskreis Flucht & Asyl, der ein von allen gelobtes kostenfreies Buffet mit allerlei internationalen Köstlichkeiten aufgebaut hatte und auch selbst mit zahlreichen Mitgliedern am Workshop teilnahm.

Das von Ciamak Abkai bei der Begrüßung genannte Ziel „Begegnung“ wurde definitiv erreicht: In entspannter Atmosphäre kam jeder mit jedem ins Gespräch, es wurde viel gelacht, und anfängliche Berührungsängste wurden schnell abgebaut. red