Heddesheim

Heddesheim Sängervereinigung feiert 110. Geburtstag gut bei Stimme und mit vielen Gästen / Lehár-Duett setzt Glanzlicht

„Viele schöne Stunden bereitet“

Archivartikel

Zu einem „nicht ganz runden, aber stattlichen Jubiläum“, hat Gemeinderat Rainer Hege als Stellvertreter von Bürgermeister Michael Kessler am Samstagnachmittag im Bürgerhaus gratuliert. Dort feierte die Heddesheimer Sängervereinigung ihren 110. Geburtstag. Als einer der ältesten Vereine der Gemeinde bereichere der Männerchor das Kulturangebot seit 1909. Durch hochwertige Konzerte und die Teilnahme an Wettbewerben habe die Sängervereinigung „viele schöne Stunden bereitet und den Namen Heddesheim weithin bekannt gemacht“, so Hege.

Wie zum Beweis des Gesagten zeigte sich das von Volker Schneider musikalisch geleitete Ensemble bestens aufgelegt. Mit „Glocken der Heimat“ und „Wenn ich ein Glöcklein wär“ läutete der 28-köpfige Klangkörper das umfangreiche Programm überaus hörenswert ein. Und mit Werner Stein sorgte ein Sänger aus den Reihen des Jubelchors für zwei weitere gesangliche Glanzlichter des Nachmittags: Der Tenor trat erst solo mit der Arie „Alle Tage ist kein Sonntag“ auf, um kurz darauf zusammen mit der jungen Mannheimer Sopranistin Antonia Schuchardt ein Duett zu geben, das enorm begeisterte: Für ihren wunderbaren Beitrag „Lippen schweigen“ aus der Lehár-Operette „Die Lustige Witwe“ hörten die beiden stürmischen Applaus und Bravo-Rufe.

Das konnte selbst die bekannte Showgröße Franz Lambert kaum übertreffen: Der weltweit bekannte Musiker und Komponist aus Heppenheim hatte schon eine erfolgreiche Konzertreise nach Tschechien mit der Sängervereinigung unternommen und begleitete jetzt nicht nur das gefeierte Duo Schuchardt/Stein bravourös an der elektronischen Wersi-Orgel.

Franz Lambert zaubert an der Orgel

Vielmehr gab er an dem großen weißen Instrument mit dessen goldenen Schmuckleisten auch seine siebenminütige „Dornenvögel-Rhapsodie“ zur legendären TV-Serie zum Besten. Damit erntete Lambert ebenso Riesenbeifall wie für seine Mitwirkung bei den späteren Solos von Schuchardt, nämlich „The Rose“, „O Mio Babino Caro“ und „March With Me“. Die in Berlin studierende Sopranistin, die mit ihren Anfang 20 bereits als großes Opernbühnentalent gilt, glänzte auch bei ihrer Einlage zu „Du großer Gott“ zusammen mit dem Männerchor und Lambert.

Stimmgewaltig fiel das Geburtstagsständchen der versammelten Chorgemeinschaft Schneider aus Hohensachsen und Käfertal aus. „Wir feiern zwar 110. Jubiläum, aber wir Sänger sehen doch viel jünger aus.“ Selbstironisch spielte der gastgebende Vorsitzende Uwe Jurgsties auf das hohe Durchschnittsalter aufgrund mangelnder Nachwuchsstimmen an. Dabei bereichere Chormusik den Alltag, sagte Werner Winkler vom Sängerkreis Weinheim. „Es tut uns Sängern in der Seele weh, dass das bei vielen Menschen keinen Zuspruch mehr findet“, erklärte der Viernheimer. Zusammen mit Oskar Schmitt, dem Ehrenvorsitzenden der Sängervereinigung, nahm Winkler die Ehrungen langjähriger Mitglieder vor.