Heddesheim

Heddesheim Rund ums Bürgerhaus investiert die Gemeinde etwa 600 000 Euro / Außenbereich für Veranstaltungen

Vom großen Saal direkt ins Freie

Der Ortskern von Heddesheim verändert sein Gesicht. Wo im Herbst der Bau des neuen Cafés der Bäckerei Görtz an der Rathauskreuzung beginnen soll, laufen derzeit umfangreiche Arbeiten der Gemeinde. Was bisher hinter den inzwischen abgerissenen Häusern verborgen lag, rückt ins Blickfeld.

„Das Bürgerhaus wird man in Zukunft ganz anders wahrnehmen können“, freut sich Bürgermeister Michael Kessler beim Ortstermin mit seinem Bauamtsleiter Jürgen Beck. „Die ganze Architektur hat man bisher ja nie gesehen“, sagt er und zeigt auf die Glaskonstruktion an der rückwärtigen Gebäudeseite, die nun schon von der Beindstraße aus ins Auge fällt.

Neuer Spielplatz am Kindergarten

Zwischen evangelischem Kindergarten und Bürgerhaus wird das ganze Areal komplett neu angelegt. Der Spielplatz für die Kleinen wandert in etwa gleicher Größe weiter nach hinten und macht so Platz für den neuen „Bürgergarten“, der sich direkt an den Großen Saal anschließt. „Damit haben wir künftig sehr viel mehr Nutzungsmöglichkeiten“, sieht Kessler einen entscheidenden Vorteil für Veranstaltungen, gerade im Sommer. Etwa 150 Quadratmeter groß wird die neue Fläche sein, auf der bei Empfängen zum Beispiel Stehtische platziert werden könnten. Den Nussbaum, der wegen seiner „Schieflage“ nicht mehr zu halten war, ersetzt bis dahin ein neuer grüner Schattenspender. „Das wird kein Setzling sein“, verspricht Kessler einen bereits größeren Baum. Voraussichtlich im Frühjahr soll die Fläche gepflastert werden. Der umständliche Fluchtweg, der bisher vom Saal aus über private Gärten wieder zur Unterdorfstraße führte, ist dann ebenfalls passé. Künftig ginge es im Notfall direkt in Richtung Café ins Freie.

Angrenzend an den künftigen Bürgergarten, am Kindergarten Beindstraße, sieht man schon erste Ergebnisse der Umgestaltung. Wenn die Kleinen in zwei Wochen aus den Ferien zurückkommen, sollen sie schließlich wieder draußen spielen können. Seit Dienstag steht der neue Turm mit Rutsche und Klettermöglichkeiten. Demnächst wird ein Zaun diesen Bereich wieder vom Bürgerhaus-Areal trennen. „Wir brauchen vorerst Flexibilität, da würde eine Mauer stören“, erinnert Kessler an das langfristig angedachte Großkonzept mit einem Grünzug im rückwärtigen Bereich von Unterdorf- und Schulstraße.

Kreuzung soll sicherer werden

Doch nicht nur hinter dem Bürgerhaus verändert sich in den nächsten Monaten alles. Zur Beindstraße hin wird mit dem Café ein weiterer Platz entstehen – mit Bänken rund um den Baum, der neben dem Kindergarten stehenbleiben konnte. Nicht zuletzt nutzt die Gemeinde die Gelegenheit, die Rathauskreuzung auch verkehrstechnisch zu verbessern. Kessler zeigt auf eine grüne Linie, die über den Gehweg Ecke Beind-/Unterdorfstraße gezeichnet ist: die künftige Bordsteinkante. „Bisher müssen Radfahrer, wenn sie von der Ober- zur Unterdorfstraße fahren, einen Schlenker nach links machen“, erklärt er die nicht ganz ungefährliche Situation, die nun entschärft werden soll. Der Ampelmast an der Oberdorfstraße muss damit zwar ein Stück zurückversetzt werden – „aber er stand schon jetzt fast zu nah an der Straße“, erläutert Kessler das Problem etwa für Busse.

Für eine optische Aufwertung des gesamten Areals rund um Café und Bürgerhaus soll am Ende eine einheitliche Pflasterung aus Granit sorgen. Alles in allem rund 600 000 Euro lässt sich die Gemeinde ihr neues Gesicht im Ortskern kosten. Ein neues Beleuchtungskonzept soll es am Ende auch bei Nacht zur Geltung bringen: Eine Kombination aus Stelen und Bodenstrahlern rückt dann Plätze und Gebäude ins rechte Licht, so der Plan.