Heddesheim

Heddesheim Ausschuss lehnt Wohnhaus-Aufstockung ab

„Wie eine Barriere im Quartier“

Archivartikel

Zu dicht am Nachbarn, zu hoch und ohne ausreichend Stellplätze: Gleich drei Gründe stimmten den Bauausschuss des Heddesheimer Gemeinderats kritisch gegenüber einem Umbau eines Gebäudes in der Friedensstraße. In ihrer jüngsten Sitzung lehnten die Räte die beantragte Aufstockung samt Neubau einer Doppelgarage ab. Beurteilt das Baurechtsamt des Kreises den Sachverhalt nicht gänzlich anders, wird der Bauherr also umplanen müssen.

Der neue Eigentümer des eingeschossigen Hauses, in dem bisher im Erdgeschoss eine Arztpraxis und unter dem Dach eine Wohnung untergebracht war, würde dieses gerne aufstocken. Eine große Wohnung soll im Erdgeschoss entstehen, je zwei sollen es in den beiden Stockwerken darüber werden, erläuterte Christian Pörsch, der Leiter des Heddesheimer Amts für Hochbau. Weil das neue Dachgeschoss durch etliche Gauben sehr groß ausfiele, sei es ebenfalls als Vollgeschoss anzusehen. Somit ergebe sich quasi ein dreistöckiges Gebäude. Das Umfeld, für das es keinen gültigen Bebauungsplan gibt, sei aber überwiegend zweigeschossig. Hinzu kommt laut Pörsch eine zweite Besonderheit des Hauses: Es steht mit der Giebelseite zur Straße und reicht daher relativ weit nach hinten ins Grundstück. „Das war bisher unproblematisch“, erläuterte der Amtsleiter. Nach der Aufstockung auf dann mehr als elf Meter Firsthöhe könne das Gebäude aber „wie eine Barriere innerhalb des Quartiers“ wirken.

Zur Erschließung der oberen Stockwerke plant der Bauherr zudem eine Außentreppe, wodurch der Grenzabstand zum Nachbarn nicht gewahrt werden könne. Nicht zuletzt müssten für die Wohnungen mindestens sieben Stellplätze nachgewiesen werden, was derzeit nicht der Fall sei. „Der neue Eigentümer wird hoffentlich das Gespräch mit uns suchen“, sagte Bürgermeister Michael Kessler.

Geschäft zieht in Friedhofstraße

Grünes Licht seitens der Gemeinde gab es hingegen für den Umzug eines Fachgeschäfts für Meerwasser-Aquaristik in ein Wohnhaus in der Friedhofstraße. Das Umfeld dort sei bereits gewerblich geprägt und eine hohe Kundenfrequenz nicht zu erwarten, erläuterte Pörsch.

Als ebenfalls unproblematisch erachteten Ausschuss und Verwaltung ein Neubau-Vorhaben in der Belfortstraße, dem das Gremium vergangenen Dezember schon einmal zugestimmt hatte. Weil das Baurechtsamt des Kreises es aber kritisiert hatte, musste der Bauherr nachbessern. Ohne Diskussionen genehmigten die Räte zudem die – seit Jahren faktisch erfolgte – Umnutzung einer Anwaltskanzlei in der Unterdorfstraße in eine Arztpraxis.