Heddesheim

Heddesheim Auszubildende und Studierende der ABB packen beim Bauhof mit an / Projekte am „Trimm Dich“-Pfad, im Kindergarten, auf Spielplatz und im Biotop

„Wir haben viel Neues gelernt“

Archivartikel

Drei Tage haben sie mit den Männern vom Bauhof geplant, gemessen, geschleppt und geschraubt: 20 Auszubildende und Studierende im dualen Studium der ABB waren von Montag bis gestern in Heddesheim im Einsatz, um vier Projekte zum Wohl der Allgemeinheit umzusetzen. „Die Arbeit reichte von der Planung über das Zeitmanagement und die Durchführung bis hin zur Kontrolle des Ergebnisses“, erklärt Steffen Klemm, Leiter der Elektroausbildung im ABB Trainingscenter in Heidelberg. Der Heddesheimer hatte die Kooperation seines Arbeitgebers mit der Gemeinde vor inzwischen zehn Jahren mit ins Leben gerufen. „Wir sind dankbar, dass das schon so lange so gut läuft“, sagt Hauptamtsleiter Julien Christof angesichts dieses Jubiläums.

„Wir haben arbeitsreiche Tage hinter uns, die Gruppe war wieder toll“, lobt Bauhofleiter Wolfgang Unverricht die jungen Leute gestern beim abschließenden Ortstermin am Badeseeweg. Einmal mehr entstand hier mit Hilfe der ABBler ein neues Gerät für den „Trimm Dich“-Pfad. „Holger Meier, der kürzlich sein ,Trimm Dich-Buch’ veröffentlicht hat, hatte angeregt, dass noch ein Barren fehlen würde“, erklärt Unverricht. Jetzt ist das nagelneue Gerät montiert und kann am Samstag bei „Kunst am See“ zum Einsatz kommen, wenn Autor Meier einige Übungen präsentiert.

Neue Skulptur für Rundweg

Nicht nur diese „Vernetzung verschiedener Richtungen“ freut Bernd Gerstner, den Vorsitzenden des örtlichen Kunstvereins. Denn die Auszubildenden haben darüber hinaus ein Geschenk im Gepäck: eine neue Skulptur für den Rundweg, angefertigt aus einem Sammelsurium alter Anlagenteile. „Lasst Euch was einfallen!“, lautete Klemm zufolge die eher vage Aufgabenstellung dazu. „Dann waren mal die Mechaniker dran, mal die Elektriker, mal die Kaufleute“, erzählt er schmunzelnd die Entstehungsgeschichte der etwa zwei Meter großen, noch namenlosen Roboter-Frau mit den bunten Kabel-Zöpfen. „Eine Frau mit Not-Aus-Schalter, das gefällt mir am besten“, sagt Unverricht augenzwinkernd.

Die berufsgruppen-übergreifende Arbeit prägt regelmäßig auch die dreitägigen Projekte in Heddesheim, wie Klemm erklärt. Zusätzlich zum neuen Barren entstanden dabei diesmal auch ein Laich-Teich mit Trockenmauer im Biotop am Vogelpark, ein Geräteschuppen für den Kindergarten in der Beindstraße und eine neue Kleinkinderschaukel auf dem Spielplatz Brucknerstraße. Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der jungen Leute würden in dieser Projektarbeit gefördert, sagt Klemm: „Das sind Dinge, die man im Beruf braucht.“

Und Freude bereitet die Arbeit dem ABB-Nachwuchs ganz offensichtlich auch. „Das hat Spaß gemacht, wir haben viel Neues gelernt“, berichtet etwa der Mechatronik-Student Marcel Grundmann, der beim Barren-Bau mit angepackt hat. „Das ist eine gute Sache von ABB, uns für dieses soziale Projekt freizustellen“, ist er überzeugt. Aylin Kirli, Studierende im Fach Wirtschaftsingenieurwesen, hat beim Bau des Gerästeschuppens im Kindergarten geholfen. „Es ist toll, dass wir in so kurzer Zeit als Team anspruchsvolle Aufgaben bearbeiten können und dabei so ein schönes Resultat erzielen“, sagt sie. Immerhin hätten sich viele der jungen Kollegen zuvor noch gar nicht gekannt. „Es war wirklich sehr spaßig“, bestätigt ihre Kommilitonin Jacqueline Klimmer: „Ich habe gelernt, wie man pflastert. Das habe ich vorher noch nie gemacht. Und die Kinder haben immer ganz begeistert aus dem Fenster zugeschaut.“

Während die Teams nach erfolgreicher Arbeit gestern Nachmittag Feierabend machen, blicken Bauhofleiter Unverricht und seine Kollegen bereits in die Zukunft: „Wir machen uns jetzt schon Gedanken, was wir im nächsten Jahr machen können.“ So viel ist sicher: Weder Arbeit noch Ideen werden ausgehen.