Heddesheim

Heddesheim Auftritt von „Der Schwöbel“ in Gemeindebücherei

Wortwitz durch Dialekt

„Der Schwöbel muss gar nicht mehr kommen, der Schwöbel ist nämlich schon da.“ Mit diesen wenigen Worten begrüßte die Leiterin der Gemeindebücherei Heddesheim Annette Eyckmann das Publikum und überließ Unterhalter Hans-Peter Schwöbel die Regie. Dieser stieg auch gleich mit viel Wortwitz in sein Programm ein, das unter dem Motto: „Poesie, Polemik und Streitkultur“ stand.

Mit Kurpfälzischem Dialekt sorgte Schwöbel bei seinem Publikum für viel Gelächter: „Mach mich net narrisch, halt emol die Luft an, steig mir de Buckel rauf und rutsch mir de Buckel runter“. Schwöbel beherrscht wie kein Zweiter die Welt der Worte und spielt mit der Sprache wie ein Virtuose auf seinem Instrument. Der „Kotzbrocken“, ein Begriff, der allgemein bekannt sein dürfte, und was macht der Schwöbel daraus? „Rotzflocken“ und erklärt darüber hinaus auch noch sehr anschaulich, dass dieser Begriff doch wunderbar in die derzeitige Jahreszeit passt. Dabei unterstreicht er seine Wortprägungen eindrucksvoll mit einer wunderbaren Gesichtsmimik und Gestik. Alleine wie er dem Publikum das Wort „Schlappschnuuut“ entgegenwirft, ist sehenswert.

Der Unterhalter kann mehr als 40 Jahre Bühnenpräsenz vorweisen. Während er früher Auftritte in ganz Deutschland hatte, ist er nun mehr auf die Kurpfalz fokussiert. Seine Geschichten sind teilweise liebevoll, zärtlich und poetisch, aber auch politisch und hinterfragen den Zeitgeist. Schwöbel steht für anspruchsvolle Unterhaltung und wechselt ständig zwischen Kurpfälzer Dialekt und Hochsprache hin und her. „Dialekt und Hochsprache können alles, außer einander ersetzen.“ Für ihn ist es wichtig, die Sprache als Musikalität zu erfahren. Sie stellt mehr ein Mitteilungsmedium als eine reine Funktion dar. In seiner Kindheit auf dem Land war man nicht einfach jemand. Da wurde nicht nach dem Namen gefragt, sondern die Frage lautete: „Wem g’herscht denn du?“ Und so war die logische Antwort auch: „Ich g’her dem Schwöbels Jakobs Peter und der Kattermanns Hilde Louise.

Kurpfälzer Klischees ansprechen

Der Schwöbel interagierte ständig mit seinem Publikum, stellte Fragen und verteilte für richtige Antworten auch Belohnungen in Form von Pralinen. Er entließ seine Zuhörer in die Pause mit den Worten: „Sie können in der Pause etwas trinken. Das ist wichtig für Kurpfälzer, denn Kurpfälzer haben vor allem Angst zu verdursten.“ Die Gäste waren voll des Lobes: „Die Mischung aus geschliffenem Deutsch und Mundart ist einfach perfekt. Man muss nachdenken und wird trotzdem gut unterhalten.“

Nach der Pause hatte der Schwöbel noch Einiges über das weltgrößte Weinfest zu erzählen: dem Worschtmarkt. 1949 feierte man den 500. Geburtstag und bereits 2017 den 600. Geburtstag. Das lag nicht an dem Unvermögen der Pfälzer zu rechnen, sondern dass man ein Dokument gefunden hatte, das auf das Jahr 1449 zurückging. Später fand man noch ein älteres Dokument, so dass ein Jahr später bereits der 600. Geburtstag des Worschtmarkts gefeiert werden konnte.

In dem Zusammenhang warb eine Dortmunder Zeitung: „Fahren Sie nach Bad Dürkheim und besuchen Sie den Würstchenmarkt.“ So etwas könne nur jemand schreiben, der die Pfalz nicht kennt, denn was Essen und Trinken angeht, gäbe es für den Pfälzer keine Verkleinerungen, erklärte Schwöbel. „Mir esse Worscht und habbe Dorscht, nicht Würstchen und Dürstchen. ewi