Heddesheim

Heddesheim 32 Aussteller präsentieren 184 Tiere bei der Kreiskaninchenschau im Kleintierzuchtverein

Zehnjähriger räumt drei Pokale ab

Schauplatz ist die Ausstellungshalle des Kleintierzuchtvereins Heddesheim: Züchter und Interessierte wohnen nach einem gelungenen Wochenende der Siegerehrung der Kreiskaninchenschau bei. An zwei Tagen hatten 28 Senioren und vier Jugendliche ihre insgesamt 184 Kaninchen unterschiedlichster Rassen und Farbenschläge ausgestellt und bewerten lassen.

Ein zehnjähriger Junge sorgt für Anerkennung und Heiterkeit bei den Anwesenden. Denn gleich drei Pokale gewinnt Julian Schmidt dieses Mal. „Kannst ja gleich vorne stehenbleiben“, hört man eine Stimme aus dem Publikum rufen. Gewonnen hat er die Pokale mit seinen vier Angorakaninchen. Ziemlich auffällig sind diese, denn sie haben rote Augen und längere Haare als gewöhnliche Kaninchen. „Viermal im Jahr müssen sie geschoren werden“, erklärt Julian Schmidts Großvater Hermann Hördt vor der Siegerehrung. Er selbst züchte schon seit 69 Jahren, aber sei die vergangenen Jahre aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei gewesen. Deswegen helfe er jetzt der Jugend. Julian selbst sagt, er wolle auch als Erwachsener weiter machen. Darüber würde sich auch sein Opa sehr freuen.

Der „Futtermeister“ gewinnt

Fünf Reihen Käfige sind in der linken Hälfte der Halle des Vereins aufgebaut, alle ausgelegt mit frischem Stroh. In der rechten Hälfte stehen eine halbe Stunde vor der Siegerehrung drei Freunde, die sich spaßend „die drei Spezialisten“ nennen. Und nicht umsonst, denn alle drei sichern sich dieses Mal als Aussteller ihrer Kaninchenrassen mindestens einen Pokal.

Einer von ihnen fällt besonders auf, denn er trägt eine rote, auffallende Jacke, auf der in dicken, weißen Buchstaben „Futtermeister“ geschrieben steht. Walter Weidner ist sein Name. Hier füttere er aber nicht, nur auf größeren Veranstaltungen, erklärt er. Nach zwei Jahren Krankheit mache er dieses Jahr nun wieder mit, sagt er, und zwar mit seinen schwarzen Lohkaninchen. „Das erste Jahr die Lohkaninchen und gleich Kreismeister, was will ich denn mehr?“, sagt er und wirkt zufrieden, während er sein Gewinnerkaninchen streichelt.

Weniger Konkurrenten

Einen Namen hätte es jedoch nicht, denn „irgendwann sind sie so weit, dass sie in die Pfanne kommen“, witzelt er. Einmal hätten seine Enkel Namen an die Kaninchen verteilt, doch dann sei „fertig Feierabend“ gewesen, und die Kaninchen konnten nicht mehr geschlachtet werden.

Der zweite der drei Spezialisten ist Eckard Sattler. Er gewinnt gleich mit drei Rassen den Kreismeistertitel. Doch Kreismeister zu werden sei nicht mehr das Gleiche wie früher, denn es gäbe immer weniger Konkurrenten, meint er. Der Dritte im Bunde ist Jürgen Heil, der unter anderem den größten Pokal für den Vereinskreismeister für seinen Kleintierzuchtverein Leutershausen in Empfang nimmt.

Noch viele weitere Züchter bekommen dieses Mal Pokale, doch ausgerechnet der Ausstellungsleiter, Hans Schubach, geht leer aus. „Wenn man immer oben wäre, wäre es langweilig“, betont er und lächelt. 45 Jahre züchte er jetzt schon und es mache ihm immer noch spaß. „Ich hoffe, dass es jedem gefallen hat, dass jeder zufrieden ist“, betont Schubach in seiner Rede zur Siegerehrung.