Heddesheim

Heddesheim „Klasse Kids“ in der Hans-Thoma-Grundschule lernen beim Besuch der Sparkasse Rhein-Neckar Nord alles übers Geld

Zeitreise rund um den „Zaster“

Oliver findet die „Kohle“, Julia den „Kies“ und Julius die „Mäuse“. Paul hat im Buchstabengitter die „Knete“ entdeckt und Laura weiß, wo die „Kröten“ verborgen liegen: Ruckzuck haben die cleveren Schüler der 4a auch alle anderen Begriffe für Geld aufgespürt, die sich im Rätsel von Edith Schlingemann versteckt haben. Denn genau darum geht es an diesem Vormittag in der Klasse der Hans-Thoma-Grundschule Heddesheim: um Bares, Zaster, Moneten, Piepen ...

Edith Schlingemann weiß darüber eine ganze Menge zu erzählen. Kein Wunder, schließlich arbeitet sie bei der Sparkasse Rhein-Neckar Nord. „Ich bin dort für alles zuständig, was für Kinder und Jugendliche gemacht wird“, stellt sie sich vor. Deswegen berichtet Schlingemann auch schon seit einigen Jahren im Rahmen des Zeitungsprojekts „Klasse Kids“ in Schulklassen über die Geschichte des Geldes. So wie gestern in der 4a von Klassenlehrerin Stefanie Techand.

Es geht auf eine Zeitreise, die vor mehr als 11 000 Jahren beginnt. „Steinzeit“, weiß Ben, wie man diese Epoche nennt. Damals, erklärt Schlingemann den Schülern, haben die Menschen die Dinge, die sie brauchten, mit anderen getauscht: hier einen Fisch gegen ein Werkzeug, dort ein Gefäß gegen ein Fell. Später tauschten sie Steine, Muscheln, Salz oder Metall gegen Güter – weil das alles haltbarer und praktischer war. Die erste „richtige“ Münze, von der man heute weiß, entstand etwa im siebten Jahrhundert vor Christus – und natürlich hat die Fachfrau auch davon ein Bild mitgebracht. Bis schließlich das Papiergeld eingeführt wurde, seinerzeit in China, dauerte es noch einmal rund 1800 Jahre. „Weiß jemand, wann der Euro kam?“, will Schlingemann wissen. Marco tippt auf den 28. Januar 2002 und liegt damit nur knapp vier Wochen daneben.

Ein Ei für 300 Milliarden Mark

Während die Euro-Scheine und Münzen den Kindern bestens bekannt sind, staunen sie nicht schlecht über den alten Fünf-D-Mark-Schein, den die Bankfrau mitgebracht hat. Noch größer werden die Augen bei der vergilbten Reichs-Banknote mit der Aufschrift „Zwei Millionen Mark“. Wer diesen Schein besaß, war freilich kein bisschen reich. „Ihr habt dafür noch nicht einmal ein Ei bekommen“, berichtet Schlingemann: „Das hat 300 Milliarden Reichsmark gekostet.“ Nach dem Ersten Weltkrieg war eben zu viel Geld im Umlauf – Waren zu kaufen, gab es hingegen kaum.

Heute ist das freilich anders, wissen die Schüler, die größtenteils schon ein eigenes Taschengeldkonto haben, wie sie berichten. Eine 500-Euro-Note, wie Schlingemann sie mitgebracht hat, hatten aber noch nicht viele in der Hand. Da die Produktion dieses Jahr eingestellt wird, könnten die Gelegenheiten dazu auch knapp werden. „Er wurde zu oft gefälscht“, begründet die Sparkassen-Mitarbeiterin die Entscheidung der Notenbanken. Das Thema Fälschungssicherheit interessiert die Kinder besonders. Anhand eines Fünf-Euro-Scheins erklärt Schlingemann, was es mit Wasserzeichen, Sicherheitsfaden, Hologrammen („Kennt ihr von Kipp-Bildern“) oder der Smaragdzahl, die ihre Farbe verändert, auf sich hat.

„Das war sehr spannend“, bilanziert Lehrerin Techand nach gut 60 Minuten und ist sich da mit ihren Schülern einig. „Der erste chinesische Geldschein“ hat Gian-Luca besonders beeindruckt, wie er erzählt. Bei Marco waren es die Sicherheitsmerkmale der Scheine. „Wie die Münzen in den anderen Ländern aussehen“, fanden Julia und ihre Klassenkameradin Laura spannend – ebenso, dass es tastbare Elemente auf den Scheinen gibt. „Das wusste ich vorher noch nicht“, sagt Julia. Eine tolle Unterrichtsstunde also? „Jaaaa!“, rufen alle im Chor.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/heddesheim