Heidelberg

Unterhaltung „Wintervarieté“ gastiert bis 6. Januar am Tiergarten / Veranstalter: „Haben perfektes Zuhause gefunden“

Akrobatik im Iglu-Showzelt

Heidelberg.Musik, Tanz, Akrobatik und feines Essen: Im vierten Jahr laden die beiden Ladenburger Veranstalter Florian Keutel und Jonas Seidel zum „Wintervarieté“. Das erfolgreiche Konzept bleibt gleich, neu sind Menü, Künstler – und der Veranstaltungsort: Nach dem Benz-Museum in Ladenburg und dem Königssaal des Heidelberger Schlosses im vergangenen Jahr erfüllen sich die beiden Macher in diesem Jahr den Traum von der Unabhängigkeit im eigenen Iglu-Showzelt am Heidelberger Tiergarten. Und sie expandieren weiter: Im Kesselhaus Worms hat am 5. Dezember ein weiteres Wintervarieté des Duos Premiere.

Viele Vorteile am neuen Standort

Mit mehr als 8500 Besuchern war auch die vergangene Spielzeit im Schloss ausverkauft. Dennoch gab es – anders als im Januar angekündigt – keine Fortsetzung des Varietés mit Schloss-Gastronom Martin Scharff. „Nach der guten und sehr partnerschaftlichen Zusammenarbeit gilt unser Dank dem Land und dem Schlosseigentümer ,Staatliche Schlösser und Gärten’, die das Projekt im vergangenen Jahr mit zu einem Erfolg machten“, lobt Seidel zwar einen Partner. Aber: „Trotz der ausverkauften Spielzeit konnte mit dem gastronomischen Partner des Schlosses leider keine partnerschaftliche und zukunftsweisende Basis für eine langfristige Zusammenarbeit mit Planungssicherheit gefunden werden“, ergänzt Seidel, ohne den Namen Scharff zu nennen.

Der neue Standort im Neuenheimer Feld – fast genau dort, wo viele Jahrzehnte der Schwimmbad Music Club jeden Abend öffnete – bietet gegenüber dem Schloss viele Vorteile: Die Anreise mit dem eigenen Pkw ist einfach, es gibt 500 kostenlose Parkplätze und eine direkte ÖPNV-Anbindung von Bahnhof und Bismarckplatz. Mit den Betreibern des „Heidelgarden“ haben die Ladenburger einen langfristigen Vertrag für den neuen, „veranstaltungserprobten Platz“ geschlossen. Nun habe man „das perfekte Zuhause“ gefunden. Zwei Drittel der Karten – 250 Gäste in mindestens 35 Shows – seien bereits verkauft.

Perfekt sind auch die Künstler, die für das Wintervarieté unter Vertrag genommen wurden. Waren es im Schloss noch 16, treten nun 22 Tänzer, Sänger und Akrobaten auf. Das Publikum darf übrigens in Ruhe sein Menü und die die Show zwischen den Gängen genießen – es muss nicht befürchten, zu Klamauknummern auf die Bühne geholt zu werden, wie es bei ähnlichen Shows gerne praktiziert wird. Hier gehört das Rampenlicht den Profis – davon haben alle etwas.

Weltklasse etwa sind Pablo und Joel, das „Duo Vitalys“: Im Kopf- auf Kopfstand haben die beiden jüngst 99 Stufen hinauf zur Kathedrale von Girona bewältigt und sich damit einen Weltrekord gesichert. Im wohltemperierten Iglu des Wintervarietés sind es zwar „nur“ fünf Treppen hinauf und wieder hinunter, aber auch diese „Kostprobe“ ist mehr als beeindruckend. „Toll, einfach toll“, raunen Zuschauer sich zu. Eine ganz andere Form der Körperbeherrschung zeigt „Herr Niels“: Der „Gummimann“ aus Hannover verbindet perfekte Illusionen, Komik und eigenwillige Körpersprache.

Und sogar ein Pilot ist mit dabei: Daniel Golla lässt seine selbstgebauten Modellflugzeuge über den Gästen kreisen und Kunststücke fliegen. Sängerin Ornella de Santis (Finalistin von „Unser Star für Baku“) und ihr Kollege Oli Dums begleiten mit sechs versierten Tänzern des „Vegas Showballett“ durch das Programm.

Im klassischen Menü genießt der Zuschauer als Vorspeise eine „Curry Purple Garnele“ mit pochiertem Winterkabeljau an Kokos-Erbsen-Curry und Spitzkohl-Granny-Smith, als Hauptgang Entenbrust mit Blaukraut-Apfelstrudel und Pastinakenpüree und als Nachtisch Mango-Mochi und ein köstliches Schokoladen-Ganache-Mandelbiskuit.

Vegetarier dagegen genießen einen von der afrikanischen Küche inspirierten Quinoa-Salat mit Kartoffel-Kibbeh und Rote-Beete-Hummus, eine „offene Ravioli“ mit geschmortem Gemüse und Karotten-Crisp sowie ein Dessert von Kokos-Mandel-Panna-Cotta an Minz- und Johannisbeer-Gel.