Heidelberg

Altstadt Universität plant mit dem Land eine Erweiterung des Altstadt-Campus / Im Faulen Pelz könnten zum Beispiel (Kunst-) Historiker forschen und lehren

Altes Gefängnis soll offene Türen bekommen

Archivartikel

Heidelberg.Die Historiker haben neue Räume besonders nötig – viele Geschichtswissenschaftler sind derzeit fern ihrer Seminare in Büros eingemietet. Aber auch die Kunsthistoriker haben gute Chancen, in einigen Jahren im ehemaligen Altstadt-Gefängnis ihren Studien nachzugehen: Die Heidelberger Universität hat mit ihren 30 000 Studierenden beim Land Platzbedarf angemeldet und plant mit dem Amt für Vermögen und Bau, wie der seit vier Jahren leerstehende Faule Pelz am besten genutzt werden könnte (wir haben kurz berichtet).

Rektor Bernhard Eitel, Bernd Müller, Leiter des Amtes Vermögen und Bau Mannheim-Heidelberg und Uni-Architekt Alexander Matt haben den Stand der Vorplanungen jetzt im Rektorat vorgestellt. Eitel zeigt auf einen Lageplan. Neben dem Seminar der Kunstgeschichte und der Romanistik sowie dem Seminar für Anglistik, dazu in Sichtweite zur Seminarstraße und der Univerwaltung: Der Faule Pelz liegt einfach so günstig, dass die Universität sich diese Möglichkeit der Erweiterung nicht entgehen lassen könne.

4000 Quadratmeter Bedarf

Jüngste Berechnungen hätten einen Raumbedarf für die Geisteswissenschaften von rund 4000 Quadratmetern ergeben. Das seien, erklärt Matt, keine Hochrechnungen künftiger Studierendenzahlen, sondern aktueller Bedarf von Sonderforschungsbereichen, Graduiertenbereichen und Wissenschaftlern, die unter beengten Bedingungen arbeiten müssen oder in angemieteten Räumen fern ihrer Seminare forschen.

„Wir sind noch ganz am Anfang“, betont Amtsleiter Müller. „Um abzuklären, welche Möglichkeiten es gibt“, habe man vor einiger Zeit eine Bauvoranfrage für einen Neubau auf dem freien Hof-Grundstück gestellt – auf der Basis der Masterarbeit einer Studentin. Die Stadt habe diese Bauvoranfrage positiv beschieden, gleichwohl ein Anwohner wohl Widerspruch eingelegt habe. 1200 bis 1300 Quadratmeter Nutzfläche könnten in dem mehrgeschossigen Gebäude entstehen, weitere 2000 Quadratmeter in den alten dicken Wänden der bestehenden Gebäude. Frühestens 2025 könnte Einzug sein. Zu den Kosten könnten heute noch keine genauen Angaben gemacht werden. Es werde sicher ein Architektenwettbewerb ausgelobt.

Der Faule Pelz soll Teil der offenen Universität sein und das Quartier mit jeweils mindestens zwei Öffnungen in beiden Richtungen deutlich durchlässiger machen als heute. „Die Universität bietet jedes Jahr 1000 öffentliche Veranstaltungen in ihren Räumen an“, erinnert Unisprecherin Marietta Fuhrmann-Koch an den „semper apertus“-Grundsatz der ältesten Universität des Landes. Mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma nebenan soll enger zusammengerückt werden.

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