Heidelberg

Flüchtlinge Bundesamt beendet Debatte um Heidelberg

„Ankunft“ statt „Anker“

Heidelberg/Nürnberg.Nach den aufgeregten Diskussionen vom Wochenende hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gestern klargestellt: Das Heidelberger Ankunftszentrum für Flüchtlinge soll nicht in ein Ankerzentrum umgewandelt werden. Die Diskussion war aufgekommen, nachdem das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Freitag aus einem internen Dokument des Bundesamtes berichtet hatte. In einer internen Mitteilung der Behörde war Personal für insgesamt zwölf Pilot-Ankerzentren gesucht worden, unter anderem auch für Heidelberg als einziger Standort in Baden-Württemberg. Die Abkürzung „Anker“ steht für Ankunft, Entscheidung, Rückführung. Im Heidelberger Patrick-Henry-Village, einer ehemaligen Wohnsiedlung für Angehörige der amerikanischen Streitkräfte, betreibt das Regierungspräsidium Karlsruhe ein Ankunftszentrum, aus dem Flüchtlinge im Gegensatz zum Ankerzentrum nicht abgeschoben, sondern nur weiterverteilt werden.

Die Stadt Heidelberg begrüßte die Nachricht. Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) betonte: „Wir lehnen das Konzept eines Ankerzentrums klipp und klar ab.“ Die Landesregierung habe ihm auch gesagt, dass sie ein solches nicht mittragen werde. Der nächste Schritt für Heidelberg sei ein Zeitplan für die Verlagerung des derzeitigen Ankunftszentrums. Seit 2015 werden hier Flüchtlinge registriert. Die 2000 Plätze sind derzeit mit 1493 Menschen belegt. bjz (mit dpa)