Heidelberg

Corona-Pandemie Stadtchef will „Freiheiten geben“

Belohnung für Geduld der Bürger

Archivartikel

Heidelberg.Nach den Wochen der strengen Corona-Regeln möchte die Stadt Heidelberg ihren Einwohnern großzügig entgegenkommen und sie nach den notwendigen Einschränkungen für ihre Geduld belohnen: Kultureinrichtungen wie der Karlstorbahnhof müssen vorerst keine Miete in städtischen Liegenschaften bezahlen, beim Wiederanfahren der Gastronomie will man den Wirten unbürokratisch entgegenkommen und auch bei Baugenehmigungen im Sinne der Bürger auf lange Genehmigungswege verzichten.

„Die Heidelberger haben sich in den vergangenen Wochen sehr vernünftig verhalten“, begründet Stadtchef Eckart Würzner bei einem Pressegespräch am Mittag im Zentrum für Abfallwirtschaft. „Wir wollen mehr Freiheiten geben“, fügte Würzner hinzu. Als Beispiele nannte er Anträge auf Dachausbauten oder das Installieren von Solarelementen auf den Häusern – mit Ausnahme von denkmalgeschützten Anwesen. „Beim Infektionsschutz können wir allerdings keine Einschränkungen machen.“ Wenn ab 18. Mai die Kneipen und Restaurants draußen wieder Gäste bedienen dürfen, sollen sie soweit möglich von der Stadt mehr Platz bekommen, um ihre Tische im nötigen Sicherheitsabstand aufstellen zu können.

„Mehr Tische als vorher können wir dem Einzelnen aber nicht geben“, schränkte der Stadtchef ein. Viele gerade kleine oder mittlere Betriebe – besonders im Gastgewerbe und der Hotellerie – seien „massiv beschädigt“ worden und hätten auch nach der Wiedereröffnung noch keine wirkliche Perspektive, weil Gäste fehlen. Mit dem Gemeinderat werde man prüfen, wie weit insgesamt mit der Großzügigkeit gegangen werden kann. Denn gleichzeitig erwartet der Oberbürgermeister in diesem Jahr einen „drastischen Einbruch“ bei den kommunalen Steuereinnahmen: „Die finanziellen Möglichkeiten der Stadt werden sehr eingeschränkt sein.“

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