Heidelberg

Jugendbeteiligung (II) Beim Dürkheimer Jugendkomitee kann jeder mitmachen und seine Ideen einbringen

Calisthenics-Park ganz oben auf der Liste

Archivartikel

Bad Dürkheim.Ganz unbürokratisch in einer Kneipe wurde die Idee des Dürkheimer Jugendkomitees geboren. Der damalige Bürgermeisterkandidat Christoph Glogger lud Jugendliche ein, um über die Zukunft der Stadt zu sprechen. „Wir haben viel diskutiert, aber uns wurde klar: In einer Kneipenrunde kann man nichts verändern“, berichtet der 18-jährige Yannic Lafrance aus Gönnheim, der in den vergangenen anderthalb Jahren als einer der Sprecher des aus der Kneipenrunde entstanden Jugendkomitees fungierte.

Im September 2016 lud die Stadt schließlich zum „1. Dürkheimer Jugendkongress“ ein. Rund 60 Jungen und Mädchen diskutierten in kleinen Gruppen, wie die Kurstadt für junge Erwachsene attraktiver werden könnte und was fehle, berichtet der 22-jährige Philipp Schreiner, der sich das Sprecheramt mit Lafrance teilt. Neben großen Zielen wie schnellerem Internet oder einen besser ausgebauten öffentlichen Nahverkehr sei es auch um konkrete Wünsche gegangen wie einen Grillplatz, Sportmöglichkeiten oder einen Partyraum, „ohne Nachbarn, die sich beschweren“, so Schreiner.

Aus dem Kongress hat sich das Jugendkomitee entwickelt. Hineingewählt werden muss man nicht, jeder zwischen 14 und 27 Jahren kann zu den offenen Sitzungen kommen. „Viele wollen sich lieber für ein einzelnes Thema einsetzen und engagieren sich gezielt im jeweiligen Ausschuss“, berichtet Schreiner. „Wir wollen die Hürde für Neumitglieder so niedrig wie möglich halten“.

Erste Erfolge kann die Gruppe aus rund 15 Aktiven bereits vorweisen. „Wir sind inzwischen eine offizielle Jugendvertretung und sitzen im Sozialausschuss der Stadt“, sagt Schreiner. „Dort werden schließlich Dinge beschlossen, die auch uns Jüngere betreffen, deswegen sollten wir auch dabei sein“, findet sein Amtskollege Lafrance. Bei den anstehenden Haushaltsberatungen will das Jugendkomitee einen Wunsch vom vergangenen Kongress durchsetzen: Einen „Calisthenics-Park“, ein kompakter Trimm-dich-Pfad, soll neben der Saline entstehen. „Wir sind sehr optimistisch“, berichtet Schreiner.

Mussten sich beweisen

Unterstützung erhalten die beiden engagierten jungen Männer auch vom Gemeinderat. „Wir fühlen uns und unsere Anliegen ernstgenommen. Aber der Kontakt zu den anderen Ausschussmitgliedern muss sich noch festigen“, berichtet Schreiner. Parteiengemauschel gebe es dabei nicht. „Wir wollen uns für die Jugend einsetzen statt für die Interessen einer Partei“, meint Lafrance.

Beim zweiten Dürkheimer Jugendkongress am 17. Februar legten sie dazu den Grundstein. Zwar hätten etwas weniger Teilnehmer als im Vorjahr daran teilgenommen, berichtet der aus dem Amt geschiedene Schreiner. „Bei unserer ersten Sitzung waren 30 Personen anwesend, darunter viele neue Gesichter. Daher können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen“, sagt er.

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