Heidelberg

Auszeichnung Lyrikerin Miriam Tag erhält in der Stadtbücherei Preis der Heidelberger Autorinnen

Dichterin „vor der Welt“

Archivartikel

Heidelberg.„Nun weiß ich, dass es an der Zeit war, mit meinen Texten hinauszugehen“: Freunde hatten Miriam Tag, die bis dahin sehr im Verborgenen gearbeitet hatte, überredet, sich um den Preis zu bewerben. Jetzt sei sie ermutigt, „mit der Welt in Austausch über ihre Lyrik zu treten.“ Die 38-Jährige lebt mit ihrer Familie in der Heidelberger Altstadt und ist Mutter von drei Kindern, darunter einjährige Zwillinge.

Als Kind habe sie sehr viel gemalt, mit fünf Jahren sei das Malen ins Schreiben übergegangen. In ihren jüngeren Gedichten gehen ebenfalls Malerei und Schreiben ineinander über: Sie inspiriert sich an Arbeiten berühmter Künstler und lässt ihre Zuhörer zum Beispiel mit „Cézannes Augen“ in die lichtdurchflutete Landschaft der Provence blicken. Geht sie ins Museum, macht sie sich Notizen - oder fotografiert die Werke ab, in deren Künstler sie sich schließlich lyrisch hineinversetzt.

Marcus Imbsweiler und Marion Tauschwitz von der Arbeitsgemeinschaft der Heidelberger Autorinnen und Autoren begrüßten zur Preisverleihung gut 50 Zuhörer. Eine dreiköpfige Jury (Katharina Dück, Regina Keil-Sagawe und Hans Thill) hatte sich für Tag als Preisträgerin entschieden. Brigitte Reinart-Lissmann überreichte die von ihr gestifteten 1000 Euro Preisgeld.

Die Laudatio hielt der aus Potsdam angereiste Literaturwissenschaftler Simon Probst. Er kennt Tag seit der gemeinsamen Zeit mit dem Heidelberger Dichterkollektiv Kamina. Für ihn ist Tag eine „Dichterin vor der Welt“. Ihre Gedichte machten quasi süchtig: „Man möchte immer mehr davon lesen.“

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