Heidelberg

Drei falsche Polizeibeamte in Haft

Heidelberg/Dortmund.Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg ist bereits am Freitag gegen drei Männer Haftbefehl erlassen worden, die sich als falsche Polizeibeamte ausgegeben haben sollen. Wie die Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten, sind die Männer im Alter von 18, 23 und 26 Jahren dringend verdächtig, sich durch die Betrugsmasche des falschen Polizeibeamten zum Nachteil älterer Menschen eine Einnahmequelle verschafft zu haben. Die Beschuldigten sollen mit weiteren, bislang noch nicht identifizierten Bandenmitgliedern überregional zusammengearbeitet haben.

Hierzu sollte mindestens ein Bandenmitglied in einer Vielzahl von Fällen telefonisch Kontakt mit meist hochbetagten Geschädigten im gesamten Bundesgebiet aufnehmen und diesen vorspiegeln, er sei Polizeibeamter. Unter einem Vorwand sollten sodann hohe Geldsummen oder sonstige Wertsachen gefordert werden.

Zwei der drei Tatverdächtigen ertappte die Polizei schließlich auf frischer Tat. Im Zeitraum vom Donnerstag, 1. August, bis Donnerstag, 8. August, sollen der 18- und 26-Jährige versucht haben, einen älteren Mann in Dortmund, unter dem Vorwand Polizeibeamter im Auftrag der Staatsanwaltschaft zu sein, um 240 000 Euro zu erleichtern. Diese sollten an einen Abholer übergeben werden. Am 8. August wurden die beiden Beschuldigten wenige Meter von dem Haus des Geschädigten entfernt bei der Übergabe des Geldes mit Hilfe von Spezialeinheiten festgenommen. Der 23-Jährige wurde im Zuge einer sofort eingeleiteten Fahndung wenig später ebenfalls festgenommen.

89-jährigen Heidelberger getäuscht

Durch zwei weitere Fälle kam die Polizei den mutmaßlichen Trickbetrügern auf die Spur: Bereits am Dienstag, 25. Juni, soll ein bislang unbekanntes Bandenmitglied mit einem 89-jährigen Heidelberger Kontakt aufgenommen haben. Der Mann sollte Wertgegenstände in Höhe von 30 000 Euro an den vermeintlichen Polizeibeamten übergeben. Am nächsten Tag wurden die Gegenstände von einem weiteren Mitglied der Bande in Empfang genommen. Sie sollen im Verlauf der Tat an den 23-jährigen Verdächtigen zur weiteren Verwertung übergeben worden sein.

Am Montag, 5. August, ging die Bande in ähnlicher Weise vor. Ebenfalls wurde ein Mann im nordrhein-westfälischen Nordhorn unter dem Vorwand des falschen Polizeibeamten getäuscht. Der Geschädigte soll dabei 20 500 Euro an den 18-Jährigen übergeben haben. Dieser soll unter der Anleitung des 23-Jährigen agiert haben. Der 26-Jährige soll als Fahrer an der Tat beteiligt gewesen sein.

Sowohl der 18 als auch der 26 Jahre alte Beschuldigte wurden am Freitag der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Heidelberg vorgeführt, die auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg Haftbefehl erließ. Die beiden deutschen Staatsangehörigen wurden daraufhin in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Das gilt ebenfalls für den 23-jährigen Tatverdächtigen. Der Mann mit serbischer Staatsangehörigkeit wurde einem Ermittlungsrichter in Nordrhein-Westfalen vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl.