Heidelberg

Ein Gewinn

Archivartikel

Gegenüber der Stadthalle weht eine Tibetfahne aus dem Fenster des Fachwerkhauses. Stünde das Gebäude in Tibet, müsste der Verursacher möglicherweise Inhaftierung und Folter befürchten. Welch großes Glück wir haben, in einem Rechtsstaat zu leben, wird uns immer dann lebendig bewusst, wenn Menschen aus anderen Ländern unseren Horizont weiten.

Der Dalai Lama hat Kritiker und löst in bestimmten Kreisen offenbar Ängste aus. Beurteilen können wir das aus der Fremde kaum in aller Tiefe. Er selbst versucht, mit Lächeln und innerer Ruhe seiner wichtigsten Botschaft Kraft zu verleihen, die nicht politisch daher kommt, sondern ein Appell zur Besinnung auf Menschlichkeit. Besonders berührend die Reaktion auf die Frage des Gerontologen Andreas Kruse, wie man es schaffen könne, dass Alte und Kranke nicht ausgegrenzt werden. Es müsse mehr Menschen geben, die nach ihnen sehen, schließlich seien wir soziale Wesen, lautete die schlichte und doch so wahre Antwort.

Der erste Besuch eines Dalai Lama in der Metropolregion ist auf jeden Fall ein Gewinn gewesen – dank allen, die diese Begegnung ermöglichten.

Zum Thema