Heidelberg

Festival 13. Französische Woche startet am 12. Oktober / 54 Veranstaltungen / Heidelberger liefern Exponate für Mitmachausstellung

Ein Modell der ersten „Ente“ und andere Erinnerungsstücke

Archivartikel

Heidelberg.Ob Erinnerungsfoto, CD, Buch oder ein Essen: Was Heidelberger – ganz persönlich – mit Frankreich verbinden, kann man beim Mitmach-Museum für einen Tag erfahren: „French Toast“ heißt es am Sonntag, 21. Oktober, von 11.30 bis 17 Uhr im Klub K über dem Karlstorkino. Gleichzeitig geht damit die 13. Französische Woche zu Ende, die am Freitag, 12. Oktober, um 19.30 Uhr in der Hebelhalle mit der Tanzcompagnie Didier Théron aus Montpellier eröffnet wird.

Neue Veranstaltungsorte

54 Veranstaltungen in zehn Tagen: Nicht nur Frankreichfreunde sollen bei Lesungen, Theater, Konzerten, Tanz und vielem mehr neue Facetten der Kultur des Nachbarlandes kennenlernen und Bekanntes wiederentdecken. Seit 2006 gibt es das Festival, das vom Deutsch-Französischen Kulturkreis organisiert wird und einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten will. Das Besondere: Nicht nur etablierte Kultureinrichtungen sind mit von der Partie im – weitgehend in ehrenamtlichem Engagement auf die Beine gestellten – Programm, sondern auch Cafés, die Studierendenmensa und neue Veranstaltungsorte wie das Wohnprojekt Hagebutze und das Bürgerzentrum B 3.

Hochkarätige Autoren wie Philippe Pujol (Ebert-Haus, 18. Oktober, 20 Uhr), der über „Elend und Macht in Marseille“ berichtet, und – schon im Vorprogramm am Dienstag, 9. Oktober, 19 Uhr, ebenfalls im Ebert-Haus, Olivier Guez („Das Verschwinden des Josef Mengele“) lassen Spannung erwarten. Die meisten Veranstaltungen sind zweisprachig, damit auch Frankreichfans, die die Sprache nicht oder nicht gut beherrschen, Spaß daran haben können.

„Diesmal gibt es besonders viele Mitmachangebote“, gibt Festivalleiterin Erika Mursa einen Vorgeschmack: Choreograf Didier Théron aus Heidelbergs Partnerstadt am Mittelmeer wendet sich mit einem Tanzworkshop – einer Kooperation mit dem Unterwegs Theater – ausdrücklich auch an Laien (13. Oktober, 11 Uhr, im Montpellierhaus) und der „Apéritif littéraire“ zu Ehren des verstorbenen Marseille-Krimi-Autoren Jean-Claude Izzo (Vorleser: Klaus Knobloch) wird mit der Projektion privater Fotos von Heidelbergern aus Marseille garniert (18. Oktober, 18 Uhr).

Urlaub mit Zelt in der Camargue

Das erste Exponat, das zum „French Toast“ anrollte, ist das Modell eines 2 CV-Automodells. In Deutschland wurde der rustikale „Deux Chevaux“-Citroën liebevoll „Ente“ genannt. Das etwa 15 Zentimeter lange Modell steht für das erste Auto, das Raimund Stephan („Baujahr“ 1951) fuhr. „Ich konnte den Wagen 1970 gebraucht von einer Freundin erwerben. Er hat mir mehrere Jahre treu gedient, wurde repariert und gepflegt und hielt länger als die Freundschaft. Die erste große Fahrt ging alleine in die Camargue – mit 60 Mark Bargeld, Zelt, Proviant für eine Woche im Kofferraum und kaum zehn Worten Französisch“, erinnert sich der in Waldhilsbach lebende Architekt und Künstler.

Zum Sprachkurs nach Vichy

„Obwohl ich die Sprache nicht beherrschte, wurde ich in Frankreich überall gleich geduzt – wegen der ,Ente’“, erinnert sich Stephan. In etwa drei Jahren begleitete ihn das Cabriolet mit dem Rolldach und den Klappfenstern über 40 000 Kilometer weit, bevor es als „Organspender“ für andere „Enten“ verkauft wurde.

Doch es war nicht nur der Fahrspaß, der das Modell nun zum Ausstellungsstück macht: „Die Fahrt war mein erster Kontakt mit Frankreich“, erinnert sich Stephan, wohin ihn die „Ente“ steuerte: Direkt zu einem Sprachkurs nach Vichy, dann zu Studium und Beruf nach Paris und Luxemburg. Nun ist Frankreich aus seinem Leben nicht wegzudenken.

Wer auch noch ein Exponat zu „French Toast“ beisteuern möchte – er bekommt es auf jeden Fall zurück –, kann sich per Mail an kontakt@franzoesische-woche-heidelberg.de wenden.