Heidelberg

Abfallentsorgung Gemeinderat beschließt neues Altkleider-Konzept / Sammelauftrag ab Februar europaweit ausgeschrieben

Ende des Container-Chaos

Archivartikel

Heidelberg.Was gestern im Laden gefiel, landet heute im Altkleidercontainer: In Heidelberg stehen laut Stadt zirka 120 dieser Sammelcontainer – nur an die 15 von ihnen sind genehmigt. Die Stadtverwaltung will nun die Oberhand über den Wildwuchs gewinnen.

Die CDU-Fraktion machte bereits 2016 den Vorschlag, gegen illegal aufgestellte Sammelboxen vorzugehen. „Im Stadtgebiet gibt es viele Altkleidercontainer auf Grünanlagen, die dort optisch nicht hinpassen oder nicht ansprechend wirken“, so Stadtrat Alexander Föhr (CDU). Hinzu komme die Vermüllung rund um die Container. Das uneinheitliche Angebot mache es dem Bürger zudem schwer, Anbieter karitativer und kommerzieller Verwertung auseinanderzuhalten.

Verbindliche Sammelstandorte

Fast vier Jahre nach dem Vorstoß kommen die Mühlen langsam in Gang: Im Dezember 2019 beschloss der Gemeinderat ein neues Sammelkonzept für die Entsorgung von Altkleidern und -schuhen. Das dürfte sich lohnen: Laut Angaben der Stadt werden in Heidelberg jedes Jahr 600 Tonnen Altkleider entsorgt – knapp vier Kilo pro Person. Künftig sollen Bürger ihre Altkleider an ausgewiesenen Standorten abgeben. 146 dieser Orte sind geplant. Die 49 Ökosäulen, reguläre Litfaßsäulen mit Einwurfschlitz und Sammelbehältnis im Inneren, bleiben bestehen und sollen um fünf weitere in der Bahnstadt ergänzt werden. Auch die fünf Recyclinghöfe sind weiterhin Anlaufstellen.

Neu sind 87 sogenannte „Wertstoffinseln“: Auf ihnen sollen Altkleider- neben Altglascontainern stehen. Die Stadt erweitert dafür aktuelle Standorte mit Altgascontainern. Die neuen Behälter sollen lichtgrau sein, auch Maße und Beschriftung sind vereinheitlicht. So muss auf ihnen neben Namen und Telefonnummer der Sammelfirma auch das Logo der Stadt zu sehen sein.

Anforderungen an Bewerber

Wer die Depotcontainer aufstellt und „erntet“, ist noch ungewiss. Die Leerung der Ökosäulen war bisher dem Malteser-Hilfsdienst, der Sehbehinderten-Selbsthilfe Kurpfalz-Odenwald und dem Allgemeinen Rettungsverband Rhein-Neckar vorbehalten. Nun vergibt die Stadt die Sammlung aller Altkleiderstätten neu – damit entfällt auch das Vorrecht der drei Hilfsorganisationen für die Ökosäulen.

Die Ausschreibung, getrennt nach einem Bereich Süd und Nord, startet laut einer Sprecherin der Stadt im Februar. Sie erfolgt europaweit. „Der Zuschlag an einen Bieter kann dann voraussichtlich im Mai 2020 erfolgen“, so die Sprecherin. „Ziel ist es, dass die beauftragen Firmen die Altkleidersammelcontainer Anfang Juli 2020 aufstellen“. Bewerber für den Sammelauftrag müssen soziale und umweltverträgliche Standards nachweisen und die Mindestverwertungsquote von 90 Prozent einhalten: Mindestens 55 Prozent der Alttextilien und Schuhe sollen wieder aufgetragen, 47 Prozent stofflich wiederverwertet werden – etwa in Form von Putzlappen.

Aktuell werden laut Sprecherin die Besitzer der illegal aufgestellten Container ermittelt. Sollten die Container bis Ende Juni nicht entfernt werden, würde die Stadt sie abtransportieren und nach drei Monaten Zwischenlagerung auf dem Airfield-Gelände wiederverwerten. Die ursprünglich genehmigten Container müssten im Juni 2020 ebenfalls weichen, wenn der Sammelauftrag vergeben wurde.

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