Heidelberg

Kriminalität Österreicher wollte offenbar 86-Jährige betrügen

„Falscher Polizist“ sitzt in U-Haft

Frankenthal.Weil er sich in Heidelberg wiederholt als Polizeibeamter ausgegeben haben soll, sitzt ein 25-jähriger Österreicher seit 24. Januar in Untersuchungshaft. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten, soll er sich in den Tagen davor mehrfach telefonisch bei einer 86-jährigen Frau gemeldet haben, um an Geld und Wertgegenstände zu kommen.

Nach derzeitigem Stand der polizeilichen Ermittlungen gaukelten die bislang unbekannten Mittäter bei mehreren Telefonaten die Festnahme von einzelnen Mitgliedern einer Einbrecherbande unweit der Wohnung der Geschädigten vor. Bei den Festgenommenen habe man die Adresse der Geschädigten sowie den Hinweis, dass sie Geld und Wertgegenstände besitze, gefunden.

Zum Schutz vor angeblich noch auf freiem Fuß befindlichen Mitgliedern der genannten Einbrecherbande und vor angeblich nicht vertrauenswürdigen Bankangestellten forderten die Anrufer die 86-Jährige auf, ihr Vermögen abzuheben und zu Hause aufzubewahren.

Fünfstelligen Betrag übergeben

Im festen Glauben, es handele sich um tatsächlich notwendige Maßnahmen der Polizei, soll die Geschädigte am 14. Januar das zuvor abgehobene Bargeld in fünfstelliger Höhe an den Beschuldigten übergeben haben. Dieser – so die Polizei – habe sich als falscher Polizeibeamter ausgegeben.

Die weiterhin ahnungslose Geschädigte habe auch in den darauffolgenden Tagen Anrufe von den Tätern bekommen. Diese hätten sie aufgefordert, auch noch die im Bankschließfach gelagerten Wertgegenstände daheim zu lagern und an den Beschuldigten auszuhändigen. Dank aufmerksamer Mitarbeiter der Bankfiliale seien die Beamten der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg frühzeitig über das ungewöhnliche Verhalten der älteren Dame in Kenntnis gesetzt worden.

Einen Zugriff gab es schließlich am Abend des 23. Januar bei einer fingierten Übergabe weiteren Geldes: Der 25-jährige Österreicher, dessen Komplizen auf freiem Fuß sind, konnte bei dieser Gelegenheit verhaftet werden. Der Richter sah den Haftgrund der Flucht- und Verdunkelungsgefahr als gegeben und stimmte einer sofortigen Unterbringung in einem Gefängnis zu. 

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