Heidelberg

Pop Braunschweiger Band Oomph! spielt in Heidelberg

Feierstunde des Rock

Heidelberg.Psychedelisch und sanft melodisch ist der Einstieg der Rockband Oomph! bei ihrem Konzert in der Heidelberger Halle 02 – was treffend ist. Denn glaubt man einem Text ihrer ersten Platte (oder Nietzsche), ist Gott tot, und so dreht sich bei den drei Braunschweigern in Lederkutte alles um die Suche nach einer neuen Metaphysik. Dafür reisen sie durch ihre Bandgeschichte und zeigen, was sie ausmacht: ihre genreübergreifende Musik.

Harte Nummern haben sie und sanfte Balladen, sie spielen elektronische Gitarrenriffs und zupfende Akustiklänge und immer wieder kommt der Synthesizer zum Einsatz. Die Stimme von Frontmann Dero Goi stützt die Musik, die zwischen zarten Tönen und kernigen Riffs changiert, mit starkem Timbre.

Christlicher Glaube kann zu Engagement für einen guten Zweck motivieren – bei der Braunschweiger Band greift ein gegenteiliger Begründungszusammenhang: Wenn Gott tot ist, liegt sämtliche Verantwortung allein beim Menschen. Und so tritt die Band an gegen Kinderarmut, Magersucht oder Homophobie – alles ansprechend musikalisch verpackt. Andächtig stehen die Musiker vor den erhobenen Händen ihrer Zuhörer. Das ist ein Rock-Gottesdienst, den man gerne besucht, und für den sich die Fangemeinde in der halbvollen Halle jauchzend bedankt.