Heidelberg

Landesfeuerwehrtag Symposium in der Neuen Universität mit EU-Kommissar Günther Oettinger zur Zukunft der Feuerwehrarbeit

Fliegende Feuerlöscher und schlaue Fahrzeuge

Archivartikel

Heidelberg.Drohnen liefern Fotos vom Brandort, Löschfahrzeuge rollen autonom vor und Roboter ersticken die Flammen: Bei einem Symposium im Hörsaal 14 der Neuen Universität in der Heidelberger Altstadt haben Experten zum Auftakt des 12. Landesfeuerwehrtages Visionen für die Feuerwehrarbeit der Zukunft vorgestellt.

Tausende Feuerwehrangehörige sind bis Sonntagabend in der Stadt. Auf dem Airfield gibt es heute und morgen von 8 bis 18 Uhr eine Feuerwehrtechnik-Spezialmesse mit 90 Ausstellern, zwischen Bismarckplatz und Karlsplatz sind Aktionsstände aufgebaut und spielen Feuerwehr-Musikeinheiten auf. Am Sonntagnachmittag lockt eine dann für den Autoverkehr gesperrte B 37 am Neckar mit Fahrzeugschauen, Infoständen und Mitmachangeboten.

Die Zukunft ist näher, als viele glauben: Einen realistischen Blick in den Alltag des Jahres 2050 entwirft Zukunftsforscher Ulrich Eberl beim Symposium. „Auf jeden Fall vielversprechend“ sei der Einsatz von Drohnen, der zum Teil schon erprobt werde. Eberl berichtet über einen Brand im Dachbereich eines Hafengebäudes im Neusser Hafen. Eine Drohne habe innerhalb von drei Minuten sehr scharfe Bilder vom Einsatzort geliefert – aus 50 Metern Höhe. „So wussten die Einsatzkräfte kurz nach der Alarmierung, wo sie ansetzen müssen.“

In den Städten wird es enger

Auch Löschdrohnen und -roboter würden bereits erprobt. Genauso wie Feuerwehrhelme, auf denen Infrarotkameras in verqualmten Gebäuden Bilder beim Einsatz direkt auf den Helm des Retters projizieren. Die neuen Techniken – handygesteuerte Haustechnik, autonom fahrende Autos und alternative Antriebe – werden die Lebensretter auch bei Unfalleinsätzen erleben.

Eine Verdoppelung der Stadtbevölkerung könne es künftig erschweren, zum Einsatzort zu gelangen. Kompakte und flexibel ausrüstbare Feuerwehrfahrzeuge seien nötig, sagt Eberl.

Auch die Fahrzeugtechnik entwickelt sich rasant, berichtet Jochen Feese von der Entwicklungsabteilung von Mercedes Benz. Software erkenne schon jetzt in Tests sicherer Verkehrsschilder als Menschen. „Ein sehr spannendes Thema“, meint Frank Knödler, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, der zu dem Symposium rund 200 Mitglieder der Führungsebenen auch aus Österreich begrüßte – und den EU-Kommissar für Haushalt und Personal Günther Oettinger. „Sie zeigen hier Ihre Leistungsfähigkeit“, lobt der CDU-Politiker das vielfältige Programm des Landesfeuerwehrtages. Nicht nur Bürger, auch Liegenschaften würden von der Feuerwehr geschützt, würdigte Oettinger, bevor er dazu aufrief, die Wertegemeinschaft Europa zu verteidigen. miro