Heidelberg

Nacht der Forschung Einrichtungen bieten am Freitag Einblicke in ihre Arbeit / „Wissenschaft auf ganz neuen Wegen erleben“

Freude am Experiment

Archivartikel

Heidelberg.Die Aufgabe, Kunst und Wissenschaft zu verbinden, sie ist nicht einfach. Auf der einen Seite – das Abstrakte. Das Phantasievolle, Das Unwirkliche. Beim Zustandekommen von Emotionen gesteuert. Von Gefühlen und Eindrücken, die nur schwer messbar sind. Auf der anderen Seite – das Wissenschaftliche. Nüchtern, genormt, weitgehend emotionslos. Das Niederschreiben von Messergebnissen und Erkenntnissen, die die Welt voranbringen und Geheimnisse entschlüsseln sollen.

Diese beiden Welten zu verbinden, hat sich der israelische Fotograf Eyal Pinkas zur Aufgabe gemacht, der einen Teil des Programms der Nacht der Forschung einnimmt, die am Freitag unter dem Motto „Expedition Neugier“ an verschiedenen Orten in Heidelberg und Mannheim zwischen 15 Uhr und Mitternacht stattfindet.

Erstmals in Heidelberg

Europaweit richten mehr als 300 Standorte die Nacht der Forschung seit über zehn Jahren aus. Mannheim und Heidelberg nehmen nach ihrer erfolgreichen Bewerbung zum ersten Mal an jener Veranstaltung teil, die als „European Reseachers Night“ von der Europäischen Kommission gefördert wird. Es sei „großartig, dass neben unseren großen wissenschaftlichen Einrichtungen aus Heidelberg auch ein Technikmuseum, Bildungseinrichtungen sowie Kunstschaffende und Kreative vertreten sind“, lobt Agnes Szmolenszky, Leiterin des Projekts am EMBL, die Vielfalt des Programms.

Pinkas, 2012 Gewinner des Young Artist Awards des israelischen Ministeriums für Kultur und Sport, stellt ab 17 Uhr im Dezernat 16 in der Emil-Maier-Straße 16 im Rahmen von „REMIX – Science und Creative Industry“, einem gemeinsamen Projekt des Kultur- und Kreativzentrums sowie von Forschern aus dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) seine Ausstellung vor. „Mithilfe von EMBL-Forscherin Anne-Marie Alleaume und Bildmaterial ihrer Arbeit am Mikroskop erschafft Pinkas neue, dreidimensionale Bilder und damit eine Verbindung von Wissenschaft und Kunst“, teilt die Stadt mit.

Kultur ergänzt Programm Ziel der an der Nacht der Forschung teilnehmenden Einrichtungen und der Stadt sei es, mit den über 80 verschiedenen Veranstaltungen Besuchern aller Altersklassen „Wissenschaft und Forschung nahezubringen“. Neben dem EMBL nehmen auch die Universität, das dazugehörige Klinikum, das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie das Max-Planck-Institut für Astronomie/Haus der Astronomie, das Deutsch-Amerikanische Institut, das Explo Heidelberg und die Pädagogische Hochschule an der Projektnacht teil. In Mannheim öffnet das Technoseum seine Tore.

„Gerade Kinder und Jugendliche bringen sehr großen Wissensdurst mit“, sagt Eva Haas aus dem EMBL-Projektteam, und ergänzt:. „Besonders wichtig ist uns die Vermittlung von wissenschaftlichem Denken und Freude am Herumexperimentieren.“ Die Zusammenarbeit der größten wissenschaftlichen und medizinischen Forschungseinrichtungen aus der Region mit Kulturschaffenden und Museen „ist wirklich einzigartig“, schwärmt Agnes Szmolenszky: „Diese neue Kooperation ermöglicht es, Wissenschaft auf ganz neuen Wegen zu erleben.“

Die praktischen Experimente im Programm, unter anderem aus naturwissenschaftlichen, soziologischen und medizinischen Bereichen, werden ergänzt durch Konzerte und Kunstvorführungen. So lesen ab 20 Uhr unter dem Motto „Discovering Science in Literature“ zwölf ausgewählte Heidelberger Autoren aus ihren Texten.

Der Clou dabei: Die jeweils knapp zwölfminütigen Kurztexte haben alle einen wissenschaftlichen Ausgangspunkt. Dieser wird literarisch auf- und ausgearbeitet. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Unesco City of Literature Heidelberg bei freiem Eintritt in der Meyerhofstraße 1 statt.

Info: Informationen unter: nacht-der-forschung-heidelberg.de