Heidelberg

Interview Heidelbergerin betreute erste Corona-Infizierte

Frühzeitige Warnung

Archivartikel

München/Heidelberg.Alltagsmasken und Abstandsregeln wären deutlich früher zumutbar gewesen, und das Wissen um die Infektionswege des Coronavirus sei zu spät umgesetzt worden: Diese Überzeugung vertritt die aus Heidelberg stammende Tropenmedizinerin Camilla Rothe, stellvertretende Leiterin der Tropenmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, in einem Interview mit dieser Redaktion. Rothe betreute mit ihrem Team die ersten deutschen, positiv auf SarsCov2 Getesteten.

Am 27. Januar untersuchte die Medizinerin jene vier Webasto-Mitarbeiter, die von einer Kollegin aus China angesteckt worden waren. Auffällig war: Die Frau zeigte zu diesem Zeitpunkt noch keine Symptome. Außerdem überraschte, dass das Virus ohne Niesen oder Husten übertragen werden konnte – und dass die Patientin aus keinem Risikogebiet, sondern aus Shanghai eingereist war. Die Hinweise aus München wurden lange ignoriert. miro

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