Heidelberg

Pop Sängerin Dota Kehr eröffnet Heidelberger Chansonfest

Funkelnde Lieder von großer Lebendigkeit

„Aber irgendwann ist es bunt / Und hell / Und leise / Und schön / Überall Goldpapier / Ich hab’s funkeln seh’n“. So heißt es im wundervollen Dota-Stück „Bunt und hell“. Es ist das erste Lied, das Sängerin Dota Kehr und ihre Band an diesem Abend in der Heidelberger Halle 02 spielen; und fast will man diese Zeilen als Teil einer Wesensbeschreibung der dort zu Gehör gebrachten Musik begreifen – und diesen Song-Steckbrief im Laufe des Konzerts innerlich ergänzen.

Denn es ist auch klug und witzig, traurig und zart und dann und wann von überschäumender Pop-Lebendigkeit beseelt, was die Berliner Liedermacherin und ihre Mitstreiter zu singen, spielen und zu erzählen haben. Es ist Musik, die man funkeln hören kann.

Es geht um Freiheit

„Dota“ bezeichnet sowohl die Sängerin selbst (die vormals auch als Kleingeldprinzessin bekannt war) als auch den kongenialen Verbund aus ihr und ihrer Band, in der Jan Rohrbach an Gitarre und E-Bass, Janis Görlich am Schlagzeug und Patrick Reising an den Tasten operiert. Mit seinem Auftritt vor rund 600 Besuchern eröffnet das Quartett das „schöner lügen“-Chansonfest des Heidelberger Kulturfensters, bei dem Dota (Kehr) zugleich – ein Novum – „Artistin in Residence“ ist und mithin die bis 24. März andauernde Musikreihe mit drei Duo-Abenden in Gesellschaft ihrer Kollegen Moritz Krämer, Max Prosa und Alin Coen auch beschließen wird.

Aber hier geht es zunächst einmal und vor allem (neben einer Reihe altbekannter Songs) um „Die Freiheit“, wie das aktuelle Dota-Album heißt. Und das ist wieder fabelhaft geraten, was Stücke wie die treibende Katastrophenbilanz-Single „Raketenstart“, das eindringlich schimmernde „Drahtseil“, die Mondlicht-beschienene, bittersüße Elegie „Kapitän“ oder das entzückende Liebeslied „Jeden Tag neu“ belegen.

Ein Titel des neuen Langspielers – „Für die Sterne“ – stammt übrigens aus der Feder des Mannheimer Singer/Songwriters Stefan Ebert, der an diesem Abend in der Heidelberger Halle 02 das sehr gelungene Vorprogramm bestreitet. mav