Heidelberg

Kriminalität Schläger, Verletzte und Voyeure

Großeinsatz in der Altstadt - Festnahmen nach Gewalttaten in Heidelberg

Archivartikel

Heidelberg.Mehr als 20 Streifenwagen der Polizei waren in der Nacht auf Sonntag notwendig, um Eskalationen in der Altstadt zu beruhigen. Zwei Streitigkeiten vor Gaststätten in der Unteren Straße waren mit zwei Leichtverletzten noch vergleichsweise glimpflich abgelaufen. Gegen 3.30 Uhr gerieten dann aber zwei Gruppen auf dem Marktplatz aus bislang unbekannten Gründen in Streit. Dabei wurde eine Person durch einen Stich in den Unterarm mit einem noch unbekannten Gegenstand schwer verletzt. Beide Tatverdächtige konnten zunächst flüchten, wurden aber wenig später von Beamten in unmittelbarer Tatortnähe festgenommen.

Schaulustige filmen mit Handys

Anstatt dem Opfer zu helfen, zückten einzelne Passanten Handys und filmten die Szenerie. Auf die Spitze trieb es der Polizei zufolge ein angetrunkener Mann, der den Schwerverletzten aus nächster Nähe aufnahm. Als er zurückgedrängt wurde, setzte sich der Mann zur Wehr und griff die Polizisten an. Als diese ihn festnahmen, solidarisierten sich mehrere Schaulustige mit dem Festgenommen und bedrängten ihrerseits die Beamten.

Nur mit Mühe wurde die Ansammlung aufgelöst, so die Polizei. Erste Ermittlungen gegen einzelne Personen, die nicht geholfen haben, sind bereits eingeleitet. Polizeipräsident Andreas Stenger teilte mit, es habe sich an diesem Abend bewährt, dass im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft zusätzliche Beamte in der Altstadt im Einsatz waren.

Kurz vor 5 Uhr trafen Polizisten in der Fußgängerzone auf zwei verletzte Männer – auf Höhe des Anatomiegartens sowie der Sophienstraße. Beide wiesen Schnittverletzungen am Hals auf, wie sie von abgeschlagenen Flaschen herrühren könnten. Wie es dazu kam, ist derzeit noch nicht bekannt. Zeugen, die Hinweise zu den Ereignissen am Marktplatz oder zu den Verletzten in der Hauptstraße geben können, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter 0621/174 44 44 zu melden.

23-Jähriger in Klinik

Auch in Dossenheim hatte die Polizei mit einem Schwerverletzten zu tun: Am frühen Sonntagmorgen entdeckte ein Passant am OEG-Bahnhof einen 23-Jährigen mit Verletzungen im Gesicht. Ersten Ermittlungen zufolge war er kurz vor 5 Uhr zwischen OEG-Bahnhof und Volksbank in eine Auseinandersetzung verwickelt. Rettungskräfte brachten den Mann in eine Klinik – er ist noch nicht vernehmungsfähig. Auch in diesem Fall sucht die Polizei Zeugen: Telefon 06221/45690.