Heidelberg

Konversion Stadtverwaltung stellt Entwicklungsziele für früheres Rohrbacher US-Hospital vor

Günstiges Wohnen im Grünen

Archivartikel

In den 1930er Jahren baute die Wehrmacht hier ihre „Nachrichtenkaserne“, nach dem Zweiten Weltkrieg richteten die Amerikaner in den Gebäuden eine „Army Health Clinic“ ein, in der Militärangehörige aus der ganzen Region medizinisch behandelt wurden. Jetzt soll das geschichtsträchtige Areal im Heidelberger Süden ein grünes Wohnviertel werden. Die Gremien des Gemeinderats beraten derzeit über die Entwicklungsziele, die die Stadt für das Gebiet vorgelegt hat.

500 neue Wohneinheiten sowie 200 Wohnheimplätze sollen auf dem Areal des früheren Hospitals entstehen. Noch gehört das Gelände westlich der Karlsruher Straße (B 3) der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. „Die Stadt will das Gelände ankaufen – ein Bebauungsplan wird derzeit erstellt und soll im Herbst 2018 vom Gemeinderat beschlossen werden“, teilt das Rathaus mit.

Im März 2017 hatte der Gemeinderat bereits einen Rahmenplan für das Areal verabschiedet. Er sieht vor, dass das Herz des Quartiers aus einem 7700 Quadratmeter großen Park bestehen soll. Auch auf eine Vernetzung mit den benachbarten Vierteln legen die Stadträte wert: der Hasenleiser im Westen und Rohrbach-Ost auf der anderen Seite der Karlsruher Straße.

Parkhaus und Tiefgaragen

Genauere Entwicklungsziele hat die Stadt jetzt vorgelegt. Ein Augenmerk liegt auf Angeboten für günstiges Wohnen. Zehn Prozent der Wohnfläche sind demnach für preisreduzierte Eigentumswohnungen, für sogenannte Schwellenhaushalte, vorgesehen – das sind Haushalte, die auf eine staatliche Förderung angewiesen sind, um Wohneigentum kaufen zu können. Jeweils 20 Prozent der Einheiten sollen „preisgedämpfte“ Wohnungen sowie Sozialwohnungen sein. Die restlichen 50 Prozent werden nach Vorstellung der Stadt dem allgemeinen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Insgesamt solle die Zahl an geförderten Wohnungen „maßvoll“ ausfallen, heißt es in einer Pressemitteilung – da es im Umfeld der früheren Kaserne bereits „ein weit überdurchschnittliches Vorkommen an bestehenden Sozialwohnungen“ gebe.

Wie bei vielen Wohngebieten, die derzeit neu entwickelt werden, soll das Auto eine untergeordnete Rolle spielen – das war auch ein Wunsch, den Anwohner bei einem Bürgerforum im September 2016 vorgebracht hatten. Ein wichtiger Baustein des Verkehrskonzeptes soll ein Parkhaus im Süden des Quartiers sein. Auch Tiefgaragen sieht die Stadt vor. Beides soll dazu beitragen, öffentliche Parkflächen und Durchgangsverkehr möglichst zu vermeiden.

Ein ganz reines Wohnquartier soll auf dem Hospital-Gelände allerdings nicht entstehen. Die Lebenshilfe und das Montessori-Zentrum zum Beispiel wollen Gebäude nutzen, an den Quartiersplätzen sollen die Erdgeschosse auch Räume für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen bieten.