Heidelberg

Bäckerei Amtsgericht verurteilt 25-Jährigen

Haftstrafe nach Überfall

Heidelberg.Auch eine scheinbar dilettantisch ausgeführte Straftat kann für die Opfer schwere Nachwirkungen haben – das zeigt ein Beispiel aus der Jahresbilanz der Heidelberger Staatsanwaltschaft. Ein 25-Jähriger, der am 5. Januar eine Bäckereifiliale im Heidelberger Hauptbahnhof überfallen hat, ist gerade vom Amtsgericht zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

Der drogenabhängige Täter war eher zufällig hier gestrandet, erinnert sich Pressestaatsanwalt Tim Haaf an den Fall. Um 5.53 Uhr marschierte er in die Bäckerei. Bewaffnet war er mit einem Messer, dessen Klinge 19 Zentimeter lang war. Er stellte sich vor die Verkaufstheke, richtete die Waffe auf die Verkäuferin, die gerade Kunden bediente und forderte: „Geld her!“ Obwohl sich die Klinge nur etwa 50 Zentimeter vor ihrem Körper befand, reagierte die Bäckereiverkäuferin erstaunlich „cool“. Sie zog sich aus dem Verkaufsbereich zurück, ging in einen Nebenraum und rief mit ihrem Mobiltelefon die Polizei. Ein zufällig vorbeikommender Polizeibeamter hielt den Täter fest, bis die Kollegen vorfuhren. Trotz ihres schrecklosen Handelns hatte die Verkäuferin noch monatelang an den psychischem Folgen des Überfalls zu „knabbern“, wie bei der Hauptverhandlung deutlich wurde. miro