Heidelberg

Hartes Stück Arbeit

Archivartikel

Michaela Roßner zur Zukunft des Ankunftszentrums

Es ist vollbracht: Nach Jahren intensivster und kontroverser Diskussion beschließt der Heidelberger Gemeinderat, dem Land ein alternatives Grundstück anzubieten, auf dem das Ankunftszentrum für Geflüchtete entstehen kann. Das war ein hartes Stück Arbeit.

Noch bis kurz vor der Abstimmung wurde gerungen – und nicht nur vom jüngst gegründeten „Bündnis für Ankunftszentrum, Flüchtlinge und Flächenerhalt PHV“ kamen noch durchaus gewichtige Argumente für einen Verbleib in Patrick-Henry-Village auf den Tisch. So scheinen acht Hektar zu klein zu sein, um auch Freizeitflächen wie etwa ein Sportfeld oder einen Spielplatz vorzusehen. Am bisherigen Platz gibt es das – noch.

Die Krux: Keine der Standort-Varianten ist perfekt, jede hat ihre Nachteile. Ein Ankunftszentrum ist kein Ort, in dem Geflüchtete sich dauerhaft einrichten müssen – sondern eine sichere Adresse zum Ankommen. Sie muss zentral erreichbar sein und Unterstützung bieten in elementaren Dingen: medizinische Versorgung, Registrierung, Durchatmen von der traumatischen Vergangenheit. Alles Weitere – integrieren, einrichten, neu orientieren – ist Aufgabe der Anschlussunterbringung.

Viel Prügel haben die Grünen, seit der jüngsten Kommunalwahl stärkste Kraft im Rat, einstecken müssen für ihren „Sinneswandel“. Hatten sie noch vor einem Jahr die „Wolfsgärten“ abgelehnt, entschied sich dann eine Mehrheit dafür und machte so den Weg für eine Einigung, wie sie die Stadt vorschlägt, frei. Respekt vor allem für Fraktionschef David Cofie-Nunoo, der dann zu dieser neuen Meinungsbildung stand und in mehreren Ausschuss- und Ratssitzungen sowie sicher auch per Mail einige Stürme durchstand.

Allen Nachbarkommunen, die möglicherweise distanziert auf diesen langen Entscheidungsfindungsprozess blicken, sei gesagt: Es war ein sehr mutiger Schritt der Heidelberger, dem Land einen Platz für das Ankunftszentrum anzubieten. Nirgendwo sonst in der Metropolregion wurde nämlich „hier“ gerufen.

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