Heidelberg

Justiz Im Prozess vor Landgericht Heidelberg berichten Ermittler

„HD-04“-Kurzzeitkennzeichen bundesweit berüchtigt

Heidelberg/Wiesloch.Auf Halde bestellte Kurzzeitkennzeichen, die in Containern von Zulassungsdiensten in Berlin an Gebrauchtwarenkäufer teuer abgegeben wurden, Anträge mit gefälschten Unterschriften und per Mail verschickte Ausweiskopien mit dem Vermerk „Könnt ihr zum Bestellen verwenden“:

Vor dem Landgericht Heidelberg geben am zweiten Prozesstag um Urkundenfälschung gegen eine vierköpfige Bande Kriminalbeamte Einblick in das System der massenhaften Ausgabe der gelben Kennzeichen, in dessen Zentrum von 2011 bis 2014 die Zulassungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises in Wiesloch gestanden haben soll. Die Kennzeichen wurden offenbar nicht nur von gutgläubigen Autokäufern aus dem Ausland für die Fahrt nach Hause gekauft, sondern offenbar auch gerne von Kriminellen.

„Wir haben mannigfaltige Vergehen gesehen“, berichtet ein Ermittler. So seien die gelben Kennzeichen mit Heidelberger Kürzel unter anderem bei einem illegalen Autorennen mit tödlichem Ausgang in Frankreich aufgetaucht. Auch mehrere Unfallfluchten - unter anderem in Berlin - habe es gegeben. Weil für die Kennzeichen-Anträge falsche Personalien verwendet wurde, habe man nicht nachvollziehen können, wer mit einem Auto unterwegs war. „In Berlin sind dann irgendwann prinzipiell alle Autos mit HD-04“-Nummern kontrolliert worden - mit Recht“, ergänzt der Ermittler.

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