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Krebs-Test

Heidelberg: Dekan der Medizinischen Fakultät tritt nach Bluttest-Affäre zurück

Archivartikel

Heidelberg.Der Leiter der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Andreas Draguhn, tritt nach der Bluttest-Affäre zurück. Das teilte das Heidelberger Universitätsklinikum am Donnerstagnachmittag mit. Demnach habe Draguhn seinen Posten bereits am Mittwoch aufgekündigt. Draguhn  habe diesen Schritt dem Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel, und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in einem Schreiben offiziell mitgeteilt sowie die Professoren der Medizinischen Fakultät Heidelberg informiert.

Draguhn hatte das Amt des Dekans zum 1. Oktober 2018 als Nachfolger von Prof. Dr. Wolfgang Herzog angetreten. „Das Handeln des Dekans im Verlauf der HeiScreen-Affäre ist zum Gegenstand offizieller Untersuchungen geworden und wird in Teilen der Öffentlichkeit anhaltend kritisch diskutiert. Mit meinem Entschluss möchte ich hierfür die Verantwortung übernehmen und hoffe, damit dem Amt, der Fakultät und der Universität zu dienen“, so Draguhn, der weiterhin als Abteilungsleiter Neuro- und Sinnesphysiologie am Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Medizinischen Fakultät Heidelberg tätig sein wird.

Eine externe Kommission zur verfrühten Veröffentlichung eines möglichen Brustkrebs-Bluttests an der Uniklinik Heidelberg hatte am 16. Juli in einem Zwischenbericht "Führungsversagen, Machtmissbrauch und Eitelkeit" in der Klinik festgestellt.

Der Chef der Frauenklinik, Christof Sohn, hatte den Test Fachwelt und Öffentlichkeit als bald marktreifen Meilenstein bei der Brustkrebserkennung vorgestellt. Kritiker warfen ihm vor, angesichts fehlender Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift und hoher Fehlerquoten unbegründete Erwartungen zu schüren.

Nach dem Rücktritt Draguhns wurden die anstehenden Amtsvorgänge an den Stellvertreter des Dekans, Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich, Abteilungsleiter Infektiologie und Virologie am Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg, übergeben, heißt es in der Mitteilung des Universitätsklinikums.

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