Heidelberg

Heidelberg: Prozess um Angriff in Poststraße - 18-Jähriger gesteht Tritte

Archivartikel

Heidelberg.Im Prozess um den brutalen Angriff auf einen 36-Jährigen in der Heidelberger Poststraße im August 2018 hat ein 18 Jahre alter Angeklagter die Tat eingeräumt. „Ich habe die Tat begangen und will mich dafür entschuldigen“, sagte er am ersten Verhandlungstag vor dem Heidelberger Landgericht am Montag.

Er und einer seiner Begleiter seien in der Tatnacht von zwei Unbekannten vor dem McDonalds in der Rohrbacher Straße provoziert und schließlich tätlich angegriffen worden. Als ihnen ihre Freunde zu Hilfe eilten, hätten die beiden Fremden die Flucht ergriffen. Wütend über den vorherigen Angriff sei der 18-Jährige hinter ihnen her. Sein Kumpel habe dem Opfer ein Bein gestellt und er selbst habe „im Affekt“ zwei bis dreimal gegen den Kopf des Mannes getreten. Anschließend habe einer seiner Freunde ihn weggezogen und sie seien geflüchtet. Drei weitere Angeklagte bestätigten die Version des 18-Jährigen, nach der dieser als einziger zugetreten habe.

In der Anklage wird vier der jungen Männer vorgeworfen, sich mit Tritten an der Tat beteiligt zu haben. Vier weitere sollen außenrum gestanden sein und ihre Begleiter somit ermutigt haben. Das Versterben des Opfers sollen die Jugendlichen und Heranwachsenden „angesichts des deutlich hörbaren Brechens seiner Gesichtsknochen“ zumindest für möglich gehalten haben, so die Anklage. Als Passanten dem Schwerverletzten zur Hilfe kamen, seien die Angeklagten geflüchtet.

Das Opfer erlitt mehrere Brüche im Gesicht und wurde lebensgefährlich verletzt. Der 36-Jährige beobachtet den Prozess bislang teilnahmslos. Am Dienstag soll er zu dem Vorfall aussagen.

Am Montagvormittag hatten sich die 17- bis 22-Jährigen zu ihren persönlichen Verhältnissen geäußert. Bei allen ist der Lebenslauf geprägt durch viele Schulabbrüche und -verweise sowie Aufenthalte in Heimen. Einige sind vorbestraft, bei allen spielten entweder Alkohol, Drogen oder beides schon früh eine Rolle.

Zum Thema