Heidelberg

Corona-Pandemie Jugendliche wollen 2021 zusammen feiern

Heidelberger Pfarrer feilt an "Special-Konfi"

Archivartikel

Heidelberg.In der Friedensgemeinde in Heidelberg-Handschuhsheim gibt es nächstes Frühjahr eine Mammut-Konfirmation: Die 55 Konfirmandinnen und Konfirmanden des Jahrgangs 2020 haben nämlich entschieden, erst im kommenden Jahr – gemeinsam mit dann weiteren 53 Jugendlichen – ihre Konfirmation festlich zu feiern. Wie das und die Zeit bis dahin funktionieren soll, erläuterte nun Pfarrer Gunnar Garleff gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Der promovierte Theologe ist mit seinem Team derzeit dabei, ein „Konfi-Special“-Konzept zu erarbeiten.

Als die Corona-Pandemie im März viele Planungen für das Frühjahr durcheinander gewirbelt hat, da war auch in Handschuhsheim klar: Die üblichen Konfirmationsgottesdienste mit viel Familie und noch mehr festlicher Musik können im April und Mai nicht stattfinden. Schließlich fiel auch der Ersatztermin im September den aktuellen Bedingungen zum Opfer. „Eine ‘abgespeckte’ Konfirmation ohne Chöre und Posaunen wollten die Jugendlichen nicht“, sagte Garleff. Und sie fragten gleichzeitig: „Was bieten Sie, wenn wir bleiben?“

Der Pfarrer überlegte: „Der Konfirmationsgottesdienst an sich ist unser geringstes Problem.“ Die Organisation stand schnell: Im April und Mai 2021 wird es an drei Wochenenden insgesamt acht festliche Gottesdienste geben für je 14 Konfirmanden und ihre Familien.
Aber bis dahin über 100 Jugendliche am traditionellen Mittwochnachmittag zusammenbringen? Dazu reicht die Raumkapazität nicht. Nun wird es ab September für die neuen Konfirmanden einen „Hybridunterricht“ im 14-tägigen Wechsel von Vor-Ort- und Digital-Unterricht geben. Auch die üblichen Gottesdienstbesuche finden schichtweise statt. Die Konfirmanden bekommen Aufgaben, die sie mit der Gemeinde und mit ihren eigenen Familien ins Gespräch bringen – etwa Fragen zum Gottesdienst. „Da müssen dann auch die übrigen Gottesdienstbesucher aufmerksam dabei sein“, so der Pfarrer.

Die Krise als Chance sehen

Die 2020er-Konfirmanden im Wartemodus erhalten derweil eine Jugendgruppenleiter-Ausbildung über Videokonferenz kombiniert mit praktischen Teilen. Ihr Gemeindepfarrer ist sicher, dass das eine Bereicherung für sie selbst und die Gemeinde sein wird. Die Jugendlichen können wählen unter anderem zwischen einer Ausbildung für die Kindergottesdienst-Leitung oder einem Kurs in Veranstaltungstechnik, zu dem beispielsweise Videos streamen gehört.
„Wir wollen die Krise nicht als Last sehen, sondern als Chance“, betont der Pfarrer. Das neue Projekt werde verstärken, was die Gemeinde schon bisher gepflegt hat: Konfirmanden in das Gemeindeleben in Handschuhsheim zu integrieren und sie bewusst als Gemeindemitglieder wahrzunehmen.