Heidelberg

Bildung Im Deutsch-Amerikanischen Institut informieren sich Schüler und Eltern über Auslandsaufenthalte – trotz Corona-Pandemie

Hoffnung auf bald wieder offene Grenzen

Heidelberg.Ein Schüleraustausch oder die freiwillige Arbeit in einem gemeinnützigen Projekt auf einem fremden Kontinent erfreuen sich bei Jugendlichen ungebrochener Beliebtheit – allerdings macht die Pandemie die Planungen schwierig, wie ein Rundgang auf einer Spezialmesse im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) deutlich macht.

Um angesichts einer wachsenden Zahl kommerzieller Anbieter nicht den Überblick zu verlieren, bietet die Deutsche Stiftung Völkerverständigung seit 2010 solche Informationsmessen an, bei denen sich die Organisationen vorstellen und Schüler ihre Fragen zu Stipendien oder bürokratischen Vorbereitungen wie dem Antrag für ein Visum stellen können. Unter dem Motto „Auf in die Welt“ präsentierten ein halbes Dutzend Anbieter ihre Auslandsprogramme in der Sofienstraße12.

„Im persönlichen Gespräch ergeben sich oft neue Fragen“, nennt Andree Grutschy einen Vorteil der Veranstaltung. Als Projektleiter organisiert er die bundesweit stattfindenden Messen. Es betont, dass die Stiftung nur mit seriösen Anbietern kooperiere. „Unsere Partner haben langjährige Erfahrung und die Mitarbeiter können von ihren eigenen Auslandsaufenthalten berichten“, zählt er auf.

Gezielte Auswahl

Das trifft auch auf Dagmar Scupin zu. Bei Southern Cross, der sogenannten „Select-Marke“ der Gesellschaft Dr. Frank Sprachen & Reisen aus Mannheim, betreut sie als Expertin die Programme für Australien und Neuseeland. Sie selbst habe als 15-Jährige ein Jahr in den USA im Bundesstaat Washington verbracht.

Anders als damals könnten die Schüler bei Southern Cross heute normalerweise ihre Schule aussuchen. Ein bunter Katalog listet allein in Neuseeland 37 Schulen auf, die mit einem kurzen Steckbrief vorgestellt werden. „Früher ging es eher um interkulturellen Austausch und man ging auf die Schule, auf der auch die Kinder der Gastfamilie waren“, erinnerte sich Dagmar Scupin. Sie rät zu einem ganzjährigen Aufenthalt, um auch wichtige Ereignisse wie den Schulabschlussball nicht zu verpassen. Wie es im neuen Jahr weitergeht, kann sie wegen der Reisebeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus, unter denen die gesamte Branche leide, nicht sagen. „Neuseeland wird im Januar wieder Doktoranden einreisen lassen, aber wahrscheinlich noch keine Schüler“, wagt sie einen Blick in die Zukunft.

Interessiert an einem Auslandsjahr in den USA ist Moritz Sauer aus Edingen. „Freunde von mir waren bereits dort und ich denke, dass es im nächsten Jahr auch trotz Corona möglich sein kann“, zeigt sich der Elftklässler optimistisch. Mit seiner Mutter Martina blieb er am Stand der Kulturwerke Deutschland stehen. Die Organisation mit Sitz in Randersacker bei Würzburg wirbt mit einer besonders intensiven Betreuung. „Wir führen über Skype jeden Monat ein Gespräch mit dem Schüler und es gibt vor Ort einen Ansprechpartner“, erklärt Mitarbeiterin Selina Günasti.

Soziale Angebote

Wer sich in seinem Auslandsjahr nach der Schulzeit sozial engagieren will, findet am Stand der Jugendgemeinschaftsdienste des Kolpingwerkes eine Anlaufstelle. Dort zeigen Bianca Riediger und Julia Kümmel, welche Möglichkeiten das Programm „Weltwärts“ in Kooperation mit dem Bundesentwicklungs- und dem Familienministerium anbietet. Kümmel arbeitete im vergangenen Jahr in einer Gesundheitsstation in Malawi, wo sie unter anderem bei der Kinderbetreuung half. Bianca Riediger unterrichtete vor fünf Jahren Englisch in einem thailändischen Internat – und möchte die Erfahrung ebenfalls nicht missen.

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