Heidelberg

Prävention Kontrollen rund um die Neuenheimer Grünanlagen / Testkäufer erhalten Hochprozentiges und Tabakprodukte

Jugendlichen Alkohol verkauft

Heidelberg.Zehn städtische Mitarbeiter, 40 Beamte des Polizeipräsidiums und fünf städtische Auszubildende waren im Einsatz: Bei einer Schwerpunktaktion ist in Grünanlagen des Heidelberger Stadtteils Neuenheim die Einhaltung des Jugendschutzes überprüft worden. Dabei wurden auch Alkohol-Testkäufe getätigt. Sieben Mal verstießen Händler gegen die Vorgaben. Das hat ein Sprecher der Stadt mitgeteilt.

160 Jugendliche seien kontrolliert worden. In fünf Fällen wurden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen. In einem Fall musste ein Verstoß gegen das Waffengesetz registriert werden. All diese Fälle werden angezeigt. Elf Jugendliche hatten Hochprozentiges dabei. Zehn Jugendliche besaßen Tabakwaren. Eine Jugendliche wurde in Gewahrsam genommen, weil sie sich offenbar völlig danebenbenahm. Sie wurden ihren Eltern übergeben. Bei einem Jugendlichen sprachen die Beamten einen Platzverweis für die Neckarwiese aus, weil er sich offenbar sehr aggressiv zeigte.

Bis Mitternacht im Einsatz

Die Schwerpunktkontrollen haben am 7. Juni – also am Freitag vor Pfingsten – stattgefunden, wie die Stadt nach den Feiertagen mitteilte. Von 14 Uhr bis Mitternacht sind Jugendliche an den bekannten Treffpunkten kontrolliert worden. Das sind neben der Neckarwiese der Philosophenweg und weitere Grünflächen und Parks. Anlass seien Beschwerden über alkoholisierte Jugendgruppen gewesen, begründet die Stadt. Die Störungen beeinträchtigten auch das Sicherheitsgefühl der Bürger. Die städtischen Azubis sind als Scheinkunden unterwegs gewesen. Bei 19 Testkäufen in 16 Supermärkten, Tankstellen und sonstigen Ladengeschäften sind insgesamt vier Mal hochprozentige Alkoholika und drei Mal Tabakwaren an Minderjährige abgegeben worden, teilt die Stadt weiter mit.

In allen Fällen werden nun Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen eingeleitet – für die Jugendlichen oder ihre Eltern wird damit eine Strafe von jeweils 100 Euro fällig. Das Verkaufspersonal sei mit den Verstößen konfrontiert worden und habe sich „einsichtig“ gezeigt. In den Sommermonaten seien weitere Aktionen geplant. Die Partnerschaft „Sicher in Heidelberg“ ist eine Folge der gestiegenen Kriminalitätsbelastung in den vergangenen Jahren. Das Land und die Stadt vereinbarten die Partnerschaft im Februar 2018.

„Sicher in Heidelberg“ nimmt mit Schwerpunkteinsätzen der Polizei insbesondere die bekannten Brennpunkte in der Altstadt und auf der Neckarwiese ins Visier. Ein Fokus liegt auf den besonders auffälligen Diebstahl- und Rauschgift-Delikten. 7200 Beamte seien im Zusammenhang mit der Partnerschaft eingesetzt worden, 643 Strafverfahren wurden eingeleitet und 182 Personen festgenommen, zog der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl im März Bilanz nach einem Jahr Sicherheitspartnerschaft. 37 000 Einsatzstunden haben allein die Polizeibeamten für die Kooperation im vergangenen Jahr geleistet.