Heidelberg

Kein Prozess nach Busunglück

Eberbach/Heidelberg.Nach dem Busunglück in Eberbach vom 16. Januar 2018 mit mehr als 40 Verletzten wird es keine öffentliche Hauptverhandlung vor Gericht geben. Der zum Unfallzeitpunkt 55-jährige Busfahrer hat einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft und eine verhängte Geldstrafe akzeptiert. Seinen zunächst eingelegten Einspruch habe der Kraftfahrer zurückgezogen, bestätigte die Sprecherin des Heidelberger Amtsgerichts Walburga Englert-Biedert.

Bei dem Unfall war ein Bus von der Straße abgekommen und gegen ein Haus geprallt. Ein Gutachter hatte technische Mängel ausgeschlossen. Die Anklagebehörde geht von einem Augenblicksversagen aus. Den Ermittlungen zufolge soll ein unbekannter Gegenstand, der im Bus auf den Boden gefallen war, den Fahrer abgelenkt haben.

Mit Tempo 35 gegen Hauswand geprallt

Ein halbes Jahr nach dem Unfall hatte der Fahrer Einspruch gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft eingelegt. Die Anklagebehörde hatte Strafbefehl gegen den Mann wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung in 43 Fällen erlassen. Bei einer Verurteilung drohen dem Fahrer bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Mit einem Strafbefehlsverfahren soll in der Regel bei geringfügigen Delikten ein langwieriger Gerichtsprozess vermieden werden.

Der Bus war mit 43 Passagieren, darunter 37 Schüler, besetzt in einer abschüssigen Straße im Zentrum von Eberbach verunglückt. In einer leichten Kurve kam das Fahrzeug von der Straße ab, prallte gegen zwei Pkw und mit etwa Tempo 35 gegen die Hauswand.