Heidelberg

Bildung Diskussionsrunde in der SRH / Internet-Stars über die Scheinwelt ihres Netzwerkes Instagram

Mehr als Oberflächlichkeit

Heidelberg.„Nur zu zeigen, welche Kleidung ich heute anhabe, ist mir zu oberflächlich“, sagt Sarah Wiese aus Heidelberg. Sie ist eine der fünf „Instagram-Stars“ aus der Region, die am Dienstag in der SRH Hochschule in Heidelberg beim „InstaDay“ einen Einblick in ihr scheinbar glamouröses Leben in der Welt der sozialen Netzwerke gaben.

Etwa 3400 Studenten studieren derzeit in 40 Studiengängen an der SRH. Der Studiengang Medien- und Kommunikationsmanagement ermöglicht den Studierenden einen beruflichen Einstieg in die Medienwelt, die immer stärker auch von „Instagram“ bestimmt wird. Die kostenlose Anwendung fürs Smartphone bietet ihren Nutzern vor allem die Möglichkeit, Fotos oder Videos mit anderen zu teilen und ist das aktuell beliebteste Medium bei jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren.

Wie in allen sozialen Netzwerkmedien – auf welchen sich vor allem die Jugend austauscht oder von den neuesten Trends inspirieren lässt – gibt es auch auf Instagram Personen, deren Bilder deutlich häufiger geklickt werden als andere. Wenn diese Nutzer in ihren Bildern und Videos bestimmte Produkte oder Marken präsentieren, werden sie „Influencer“ genannt. Vom Begriff „Influencer“ (dt. Beeinflusser) distanzieren sich die Instagram-Stars Caroline Julius, Christian Reinhard, Manuel Dietrich, Sarah Wiese und Vanessa Prinz jedoch deutlich. Sie wollen andere durch ihre Fotos eher inspirieren und sie nicht beeinflussen, etwas zu kaufen, sagen die Fünf. Doch Inspiration und Werbung sind in der Scheinwelt Instagram nur schwer zu unterscheiden.

Das Bild vom perfekten Leben, das viele auf der öffentlichen Plattform vermitteln, hält Caroline Julius aus Ludwigshafen für gefährlich. „Ich versuche, auf Instagram auch die Realität zu zeigen und nicht nur die perfekte Scheinwelt. Ich spreche dann zum Beispiel auch ganz offen über meine Akne“, sagt die Ludwigshafenerin, die auf Instagram 280 000 Fans hat. Sie arbeitet seit letztem Jahr hauptberuflich als Influencerin. Auch Alexander Häntzschel, Leiter des Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, beschreibt einen Wandel in der Instagram-Welt: „Inzwischen gibt es immer mehr Menschen, die nicht nur die schöne Seite der Welt zeigen.“