Heidelberg

Porträt Uwe Wenzel leitet das neue Mark Twain Center

Mit Partnern am Konzept feilen

Heidelberg.„Die Aufgabe empfinde ich als extrem spannend“: Uwe Wenzel leitet das neue Mark Twain Center an der Römerstraße, in der heute Abend die Fotoausstellung „Amerikas verbotene Orte“ eröffnet wird. Hauptsächlich besteht Wenzels Arbeit derzeit noch vor allem aus konzeptioneller Arbeit. Das Konzept eines „nach vorne gerichteten Erinnerungshauses“ beginnt demnächst den Lauf durch die städtischen Gremien und soll im Dezember den Gemeinderat beschäftigen.

Der 55-Jährige hat unter anderem in Chemnitz, Freiburg und Kaiserslautern Politologie und Geschichte studiert und an der Universität Frankfurt promoviert. Der Amerika-Experte arbeitete für seine Promotion auch in Washington. Berufliche Stationen waren danach der Zentralrat der Sinti und Roma, wo er sich acht Jahre lang um internationale Beziehungen kümmerte, und die Otto-Benecke-Stiftung, die sich im Bereich Integration engagiert.

Doppelter Geschichte verpflichtet

Seinen neuen Job hat Uwe Wenzel im Januar angetreten – freilich noch ohne Büro an der Römerstraße. Das hat sich inzwischen geändert – während noch nebenan gestrichen und renoviert wird, richtet sich der MTC-Chef ein. An einem historischen Ort, der gleich einer „doppelten Geschichte verpflichtet“ sei: 1936/37 von der erstarkenden Wehrmacht gebaut, zogen hier nach dem Krieg die amerikanischen Streitkräfte ein. 68 Jahre wurde dann von hier aus Weltgeschichte gestaltet.

„2003 habe ich hier vor dem Zaun mit demonstriert gegen den Irakkrieg“, erinnert sich Wenzel. Ende 2013 gaben die Amerikaner den Standort auf und verlagerten das Europäische Hauptquartier nach Wiesbaden. miro