Heidelberg

Kultur „Singende Altstadt“ lässt den Chorgesang hochleben / Zweite Auflage am 30. Juni an verschiedenen Orten

Musik aus 2000 Kehlen

Heidelberg.Nach einer gelungenen Premiere im vergangenen Jahr sollen sich am 30. Juni die Heidelberger Hauptstraße und die angrenzenden Plätze zum zweiten Mal in eine „singende Altstadt“ verwandeln. Der Chorverband Kurpfalz Heidelberg, der 126 Vereine mit etwa 200 Chören unter seinem Dach vereint, will mit der gleichnamigen Aktion Werbung für sich, vor allem aber für den Chorgesang als Institution machen. „Wir wollen für die Heidelberger in ihrer Stadt singen“, betonte der Vorsitzende Ulrich Engelhardt während eines Pressegespräches.

Unter anderem aus Sandhausen, Neckargemünd und Dossenheim reisen die Teilnehmer an. Auch der Studentenchor aus Heidelberg sowie Formationen aus den Stadtteilen werden auftreten. Es sollen „Klanginseln“ entstehen, wenn die Chöre sich auf das Einkaufszentrum Darmstädter Hof, Galeria Kaufhof, das Café Rossi, die Providenz- und die Heiliggeistkirche verteilen. Allerdings sind diese Räumlichkeiten nur als Ausweichspielort im Fall von Regen gedacht. Geplant ist, dass die von aktuellen Musicals über Rockklassiker bis zu klassischem Liedgut reichenden Repertoires, für die jeder Chor selbst verantwortlich sei, unter freiem Himmel durch die Straßen schallen.

Über Tellerrand blicken

Mitsingen sei ausdrücklich erwünscht, denn die Konzerte sollten nicht nur den Protagonisten, sondern auch den Zuhörern Spaß machen. Die Aktion biete den Chören außerdem die Möglichkeit, über den Tellerrand des Heimatortes zu blicken und sich zu vergleichen. Wenn der eigene, etwa einstündige Auftritt vorbei sei, könnten die Sänger ihren Kollegen zuhören oder ein freies Singen auf dem Universitätsplatz, dem Heu- und dem Fischmarkt sowie vor dem Denkmal für den Chemiker Robert Wilhelm Bunsen initiieren. Früher habe es bereits ein ähnliches Format auf dem Schloss gegeben, doch würde man dort eher die Touristen erreichen, wandte Ulrich Engelhardt ein.

Anders als professionelle Musiker seien Chöre und Gesangvereine mit ihren Auftritten bei Hochzeiten, Beerdigungen oder in Altenheimen eine breit verankerte Institution des kulturellen Lebens, die zu erhalten sich lohnt. Deshalb würde er es begrüßen, sollten auch andere Gemeinden innerhalb des Chorverbandes die „singende Altstadt“ aufnehmen.

Höhepunkt zum Abschluss

Aus den organisatorischen Problemen habe er gelernt und dieses Mal unter anderem mehr Werbung gemacht. Über die Unterstützung durch die Stadt freue er sich ebenfalls. Als musikalischen Höhepunkt sollte man sich das Abschlusskonzert des Jugendchores des St. Raphael-Gymnasiums in der Heiliggeistkirche vormerken, riet Ulrich Engelhardt. Dann werden auch der Jugendchor des Badischen Chorverbands, derzeit Pate des Vokalensembles des SWR, sowie die drei Chöre der Constantia Walldorf auftreten. „Mehr möchte ich noch nicht verraten“, lud er alle Interessenten ein, sich selbst ein Bild zu machen.