Heidelberg

Nach Angriff auf Joggerin in Heidelberg: Prozess vor Jugendkammer

Archivartikel

Heidelberg.Nach dem schweren Angriff auf eine Joggerin in Heidelberg muss sich ab Freitag, 5. Oktober, ein 19-Jähriger wegen versuchten Mordes vor der Jugendkammer des Landgerichts Heidelberg verantworten. Das teilte das Gericht am Donnerstag mit. Der Beschuldigte soll im März einer Joggerin auf dem Leinpfad hinterher gelaufen sein und ihr mit einem etwas mehr als faustgroßen Stein von hinten auf den Kopf geschlagen haben. Als das Opfer aufstehen wollte, habe er erneut zugeschlagen. Damit habe er, so der Vorwurf, Gegenwehr ausschalten wollen um sexuelle Handlungen an der Frau vorzunehmen. Der 19-Jährige habe billigend in Kauf genommen, dass die Frau durch die Schläge sterben könne.

Da sich die Joggerin wehrte und laut schrie, war der mutmaßliche Täter geflohen. Dem Mann wird vorgeworfen, die Tat geplant und sich mit "Vergewaltigungs- und Gewaltphantasien in Bezug auf Joggerinnen" am Neckarufer aufgehalten zu haben.

Für den Prozess sind zunächst acht Verhandlungstermine angesetzt, 34 Zeugen und vier Sachverständige sind geladen.

Der Angeklagte soll nach Informationen des "Mannheimer Morgen" aus der Region stammen und bereits Kontakt mit der Justiz gehabt haben – allerdings nicht wegen eines Gewaltdeliktes. Das Opfer erlitt Platzwunden und Prellungen, von denen es sich – zumindest körperlich – zwischenzeitlich wieder erholt hatte

Der Fall hatte in Heidelberg für große Unsicherheit gesorgt. Mehr als 100 Hinweise waren der Polizei zufolge eingegangen, die die Ermittlungen unterstützten – und zur Festnahme des Angeklagten führten. Die Polizei hatte mit großer Öffentlichkeitsbeteiligung nach dem Täter gefahndet. So hängten Ermittler rund um den Tatort bereits im März Plakate mit einem Phantombild auf, im April war das Geschehen auf dem Rad- und Fußweg im Neuenheimer Feld von Mitarbeitern des Polizeipräsidiums Mannheim mit einer Tatortrekonstruktion nachgestellt worden.

Zum Thema