Heidelberg

Anregung SPD will Ort der Toleranz und Begegnung

Normannias Haus Bürgern öffnen?

Heidelberg.Nach den rechtsextremen Vorwürfen gegen die Heidelberger Burschenschaft Normannia fordern die Sozialdemokraten dazu auf, das Gebäude der Heidelberger Bevölkerung zur Verfügung zu stellen – zur Begegnung und als einen „Ort der Toleranz“.

Das teilt ein Sprecher der SPD mit. Der Initiativantrag sei bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag im Gesellschaftshaus Pfaffengrund einstimmig angenommen worden. Eingebracht wurde die aus der Mitte des Heidelberger Kreisvorstandes stammende Idee vom Stadtrat und Kreisvorsitzenden Sören Michelsburg: „Rechtsradikale Burschenschaften passen nicht in das weltoffene Bild unserer Stadt. In Heidelberg gibt es viele wichtige und sozial notwendige Projekte, denen schlicht der Platz fehlt“, betonte Michelsburg.

Die schlagende Verbindung Normannia ist mehrfach mit rechtsextremen Vorwürfen in Zusammenhang gebracht worden. Die Heidelberger Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem Vorfall Ende August gegen acht Personen auch aus weiteren Burschenschaften von außerhalb. Ein 25-Jähriger soll antisemitisch beschimpft und geschlagen worden sein.

Verfassungsschutz beobachtet

Das Innenministerium befasst sich mit den Vorgängen rund um das Burschenschaftshaus unterhalb des Heidelberger Schlosses: „Den Sicherheitsbehörden des Landes Baden-Württemberg sind Verbindungen zwischen der ‘Identitären Bewegung‘ und der Burschenschaft Normannia Heidelberg bekannt.“ Die Identitäre Bewegung gilt als rechtsextrem und wird deshalb vom Verfassungsschutz beobachtet. Mindestens einer der Beschuldigten werde der Gruppierung zugerechnet.

Bei der Normannia mehren sich unterdessen Austritte. So hat nach dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden der Mannheimer CDU, Egon Manz, auch ein früherer Chefvolkswirt der Investmentgesellschaft Union Investment die Vereinigung verlassen.

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