Heidelberg

Sport Im Sommer 2019 Ultimate Frisbee U-24-WM in Heidelberg / Testspiel gegen Italien am 28. Juli

Schnelles Spiel mit Flug-Scheibe

Archivartikel

Heidelberg.Die Vorbereitungen haben schon begonnen: Vom 13. bis 20. Juli 2019 ist Heidelberg Gastgeber der U24-Weltmeisterschaft im Ultimate Frisbee. Das schnelle Spiel mit der Flug-Scheibe wird 60 Teams aus der ganzen Welt und damit mehr als 1000 Teilnehmer an den Neckar locken. Eine stark wachsende Fangemeinde, eine junge, sportliche Stadt und eine tolle Infrastruktur: Das sind Argumente, mit denen die Organisatoren um den Heidelberger Frisbee-Manager Martin Rasp beim Frisbeesport-Weltverband (WFDF) punkten konnten.

Luis Luksch und Bela Niestroj sind U20-Spieler aus Heidelberg und mächtig stolz, dass die WM nächstes Jahr in ihrer Heimatstadt ausgetragen wird. Gerade bereiten sie sich auf die Junioren-Ultimate WM in Kanada in diesem Jahr vor. Und sie sind in der kommenden Woche dabei, wenn es als Vorgeschmack zwei Testspiele der U20 gegen Italien gibt. Die Frauen- und Herrenteams beider Länder treten am Samstag, 28. Juli, ab 16.30 Uhr im Sportzentrum Süd (Harbigweg) gegeneinander an.

Bestes europäisches Team

Die WM ausrichten zu dürfen, ist laut Jörg Schlechter, Präsident des Deutschen Frisbeesportverbandes, „eine große Auszeichnung“. Sportlich seien die deutschen Teams auf dem Weg nach oben. Im australischen Perth hat Schwarz-Rot-Gold als bestes europäisches Team abgeschlossen. Mark Kendall ist Chef der WM-Organisation 2019 und Vizepräsident des Frisbeesportverbands Baden-Württemberg. Er hat schon vor 18 Jahren die Ultimate-WM der Erwachsenen in Heilbronn auf die Beine gestellt. Auf 17 Sportplätzen wird die Scheibe in Heidelberg im nächsten Juli fliegen, täglich kann man sich pro Platz vier Spiele anschauen, von 9 bis 11 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Rings um Heidelberg sind bereits Hotelzimmer für die Spieler reserviert, maximal 30 Minuten sollen sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Spielstätten anreisen.

In der Stadt selbst habe man keine günstigen Übernachtungsmöglichkeiten mehr bekommen – an jenem Samstag lockt auch die Schlossbeleuchtung viele auswärtige Gäste an. Ultimate Frisbee ist ein Mannschaftssport. Gespielt wird in drei Kategorien: Damen, Mixed und „Open“-Männerteams. In der Regel bilden sieben Spieler ein Team. Ein Spielfeld ist 100 Meter lang und 37 Meter breit. Darauf werden Kopf- und Fußzone (je ein Fünftel der Fläche) markiert, in das die Frisbeescheibe am Gegner vorbei platziert werden muss.

Die Spieler werfen sich den Kunststoffteller in Vor- und Rückhandwurftechnik zu. Wie beim Basketball gilt: Wer sie fängt, darf sich – maximal zehn Sekunden die Scheibe in der Hand – nur noch mit einem Fuß im Kreis bewegen, ein Fuß muss an dem Punkt stehenbleiben, an dem die Scheibe gefangen wurde. Das Team, das als erstes 15 Punkte (Zielplatzierungen) gesammelt hat, gewinnt. Jedes Spiel dauert maximal 90 Minuten.

René Heß (29) hat als Junge Fußball gespielt und ist als Heranwachsender beim Frisbee gelandet. Heute bietet er Frisbee-Kurse im Heidelberger Unisport an. Was ihn daran fasziniert? „Die erste von zehn Regeln beschreibt den Spielgeist: Sportlichkeit, Anstand und Fair-Play. Es wird ohne Schiedsrichter gespielt, die Teams regeln das alleine“, nennt Heß neben der schnellen Bewegung und den taktischen Spielzügen das für ihn Besondere. „Versteckte Fouls wie beim Fußball gibt es bei diesem weitgehend körperlosen Spiel nicht.“

Angebot im Unisport

Am liebsten trainieren und spielen die Frisbee-Spieler auf Fußballplätzen. Ideale Bedingungen etwa bietet das Sportzentrum Süd – auch, weil in Kopf- und Fußzone keine Tore aufgestellt sind. Auch Jonathan von Oppen (28) hat die Sportart sofort fasziniert – kennengelernt hat er sie bei René Heß im Unisport. Er schätzt „die sehr positive Grundstimmung, die Lebensfreude und die Kombination aus Taktik und Bewegung“.

Die Heidelbergerin Yara Uget (16) hat den Sport in der Schule kennengelernt. Vor zwei Jahren ist sie Jugendeuropameisterin im Ultimate geworden. Derzeit muss sie verletzungsbedingt pausieren. Aber vielleicht klappt es ja noch mit der Qualifikation – dann würde sich auch für sie ein Traum erfüllen.