Heidelberg

Justiz Gericht erörtert intime Missbrauchs-Details

Sex-Treffen mit einer 13-Jährigen?

Archivartikel

Heidelberg.Am Montag hat vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Heidelberg das Strafverfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs gegen einen 38-Jährigen aus der Region Heidelberg begonnen. Dem gelernten Kaufmann wird vorgeworfen, sich mit einer Minderjährigen in Leipzig zu einem Treffen verabredet und dort sexuelle Handlungen vollzogen zu haben.

Kennengelernt hatte er die damals 13-Jährige offenbar in einer WhatsApp-Gruppe mit sado-masochistischen Inhalten. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte das Mädchen zunächst einvernehmlich mit Handschellen gefesselt und anschließend gegen ihren Willen sexuelle Handlungen vollzogen haben. Erst als das Opfer ihm erneut zu verstehen gab, keinen Sex mit ihm haben zu wollen, ließ er von der Schülerin ab. Diese soll ihn zuvor über ihr Alter informiert haben.

Noch vor Verlesung der Anklageschrift stellte die Verteidigung des Angeklagten am Montag einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit. Es sei davon auszugehen, dass während des Verfahrens intime Details aus dem Privat- und Sexualleben des Angeklagten erörtert würden. Diese seien als besonders schutzwürdig anzusehen und höher zu bewerten als das öffentliche Interesse am Verfahren. Das Gericht folgte dieser Argumentation. Ob die Urteilsverkündung öffentlich erfolgen werde, sei nach der Beweisaufnahme zu prüfen, so der Vorsitzende Richter.

Neben dem Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen wird dem Angeklagten die Verbreitung kinderpornografischer Schriften in mehreren Fällen vorgeworfen. Zwischen April und Mai soll er entsprechende Bilder und Videos in einer WhatsApp-Gruppe geteilt haben. Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. chrm

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