Heidelberg

Verkehr Präventionstag in der Heidelberger Bahnstadt präsentiert zahlreiche Ideen zur Unfallvermeidung

Sicherheit hat Vorfahrt

Archivartikel

Heidelberg.Sicheres Radfahren ist „echt cool“, fanden die Viertklässler der Johanniter-Schule aus dem südbadischen Heitersheim. Die Jungen und Mädchen waren einer von drei Gewinnern des Verkehrspräventionspreises, den das Landesinnenministerium ausgeschrieben hatte.

Mit dem Polizeipräsidium Mannheim richtete das Ministerium seinen 26. Landestag der Verkehrssicherheit diesmal auf dem Gadamer-Platz in der Bahnstadt aus. An gut zwei Dutzend Ständen präsentierten sich Vereine und Institutionen wie die Verkehrswacht oder die Rhein-Neckar-Verkehr (RNV).

Offizieller Höhepunkt war die Vergabe des Präventionspreises, den außer den Heitersheimer Schülern auch die Mettnau-Schule aus Radolfzell und die Busbegleiter aus Altensteig im Schwarzwald erhielten. Alle Gewinner stellten sich mit kurzen Filmen vor. Die Berufsschüler aus Radolfzell zeigten Eindrücke von ihrem Verkehrssicherheitstag, an dem sie sich mit Themen wie dem Drogenmissbrauch im Straßenverkehr beschäftigten. Hinter den Busbegleitern verbargen sich Schüler von vier weiterführenden Schulen aus Altensteig, die mit und von der örtlichen Polizei als ehrenamtliche Helfer ausgebildet wurden, um jüngeren Schülern den verantwortungsvollen Umgang im Schulbus beizubringen. Die Grundschüler aus Heitersheim spielten im Video in gelben Warnwesten als Xylofon-Orchester ein Lied über ihr Sicherheitstraining mit dem Fahrrad. Einen Sonderpreis erhielt die Stadt Heidelberg für das Sicherheitsaudit, eine Art Konferenz, bei der Eltern und Lehrer potenzielle Unfallorte auf den Schulwegen ihrer Kinder aufsuchen und diskutieren, wie sich Gefahren beseitigen lassen.

Die Preise überreichte Detlef Werner als Inspektor der Landespolizei. Er wies auf die 458 Personen hin, die 2017 im Straßenverkehr im Land gestorben seien. „Damit sind wir nicht zufrieden“, haderte er in seiner Ansprache. Fehlverhalten wie zu hohe Geschwindigkeit oder nicht angelegte Sicherheitsgurte seien Ursachen, die es zu bekämpfen gelte. Eigeninitiative wie die der Preisträger müsse man loben und fördern.

Allzu sorglose Fahrer

Ähnlich beschrieb es der Mannheimer Polizeipräsident Thomas Köber, der dem Sicherheit bringenden technischen Fortschritt die teils zu sorglosen Fahrer gegenüberstellte. Hinzu komme eine innovative Verkehrsplanung, wie sie laut Bürgermeister Hans-Jürgen Heiß in der Bahnstadt, die als Station einer Fahrradverbindung von Schwetzingen bis ins Neuenheimer Feld vorgesehen sei, bereits praktiziert werde.

Ein Rundgang über den Gadamer-Platz führte vor Augen, wie zahlreich die Angebote zur Unfallvermeidung bereits sind. So warb zum Beispiel die Verkehrswacht aus Ludwigshafen für die Aktion „Rhein-Bob“. Dabei wollen Wirte und die Polizei junge Erwachsene durch Vergünstigungen animieren, beim Kneipenbesuch nüchtern zu bleiben und ihre Freunde mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Vor allem für Kinder und Jugendliche waren die Fahr- und Unfallsimulatoren sehr spannend. Die Landesverkehrswacht hatte ein auf einen Wagen montiertes, sich drehendes Auto mitgebracht. Während das Fahrzeug auf dem Kopf lag, galt es, den Fahrer zu befreien. Weniger spektakulär war die Busschule der RNV. Mit Bleigewichten am Oberkörper sowie den Hand- und Fußgelenken sollten die Fahrgäste, nun ähnlich in ihrer Bewegung eingeschränkt wie mancher Senior, das Ein- und Aussteigen üben.

Die Sammlung so vieler, um die Sicherheit im Straßenverkehr besorgter Akteure an einem Ort erschien außergewöhnlich. Doch zeigten sie nur, was das ganze Jahr über teils im Verborgenen geschehe, betonte Thomas Köber.

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