Heidelberg

Klimaschutz Erste „Fridays For Future“-Demo im Januar noch am Vorabend abgesagt / Im September 10 000 Teilnehmer

„Spontane Aktion“ wird zu großer Demo

Archivartikel

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ skandieren sie am 18. Januar – und von da an das ganze Jahr über immer wieder freitags. Bei der Premiere sagen die Organisatoren von „Fridays for future“ die Veranstaltung noch am Vorabend ab und begründen das mit „nicht erfüllbaren Auflagen der Stadt“. Trotzdem treffen sich rund 100 Jugendliche und Erwachsene zu einer „spontanen Aktion“ im Park vor der Stadtbücherei. Ihr schließen sich auch Gegner der „Ochsenkopf“-Bebauung an.

Bundesweit beteiligen sich an der Bewegung Tausende Schüler in vielen Städten. Ob in Trier, Freiburg, Frankfurt, Bonn oder Jena: Überall fordern Schüler und Azubis bessere Maßnahmen zum Klimaschutz. Ihr Vorbild ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die bei einer Klimakonferenz Politiker mit der provokanten Frage konfrontierte, warum sie denn für die Zukunft lernen solle, wenn sich doch niemand um diese Zukunft kümmere. Seither protestiert sie jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament – und mit ihr schwänzen Tausende in ganz Europa den Unterricht. Im September sind dann erstmals auch offiziell Erwachsene aufgerufen, mitzumachen. Schließlich sind es fast 10 000 Menschen. Der Demonstrationszug setzt sich wieder vor der Stadtbücherei in Bewegung und nimmt Kurs auf die Hauptstraße. Vor dem Rathaus findet die Abschlusskundgebung statt. Stadtchef Eckart Würzner hat seine Mitarbeiter ermuntert, mitzulaufen.

Am 21. November beschließt der Gemeinderat die Einstellung eines „Klimaschutz-Bürgermeisters“. Eine Woche später sind es noch einmal 9000 Teilnehmer, die ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Aus einem Freitag ist nun eine ganze Woche geworden: Unter anderem gibt es an der Universität ein alternatives Vorlesungsprogramm und eine weitere Demo. miro

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