Heidelberg

Wissenschaft Schüler verbringen zwei Forscher-Wochen bei der Junior Akademie auf dem Campus in Adelsheim

„Tausend Mal besser als erwartet“

Archivartikel

Rhein-Neckar.Zwei spannende Forscher-Wochen haben 72 ausgewählte Schüler bei der Science Academy auf dem Campus des Eckenberg-Gymnasiums in Adelsheim verbracht. Die Science Academy Baden-Württemberg, auch Junior Akademie genannt, ist ein Programm zur Förderung besonders begabter und motivierter Mittelstufenschüler und geht inhaltlich und methodisch weit über den gewöhnlichen Schulunterricht hinaus. In einem geistes- und fünf naturwissenschaftlichen Kursen widmen sich die Teilnehmer zwei Wochen lang einem intellektuell anspruchsvollen Thema.

Ergänzt wird die Kursarbeit durch Exkursionen sowie Angebote aus den Bereichen Musik, Theater und Sport. Darüber hinaus bringen sich die Teilnehmer aktiv in die Gestaltung der kursübergreifenden Angebote ein – etwa beim Schach, Backen, Zeichnen oder Tanzen.

„Wir lernen viel Theoretisches über digitale und analoge Fotografie und setzen das dann in Foto- und Bildbearbeitungsprojekten praktisch um“, beschrieb Marlene Kleefeld (Moll-Gymnasium Mannheim) während des Projekts die Inhalte des Fotografie-Kurses. Sie genieße das „andere“ Lernen und das Arbeiten mit „Gleichgesinnten“ sehr: „Es ist tausend Mal besser, als ich erwartet hätte.“ Auch Fynn Janson (Hebel-Gymnasium Schwetzingen) und Ann-Christin Michalsen (Privatgymnasium Schwetzingen) hatten sich für den Fotografie-Kurs entschieden. Wie Marlene gefiel ihnen die „entspannte Kursatmosphäre“ und die „vielen gemeinsamen Aktivitäten“.

„Zwei coole Wochen“ hatte sich auch Carolin Schäfer von der Akademie versprochen. Die Schülerin des Johannes-Sebastian-Bach-Gymnasiums Mannheim belegte den Mathematik-Kurs. Die Schüler ergründeten hier anspruchsvolle mathematische Konzepte, auf welchen verblüffende Karten-, Würfel- und weitere Zaubertricks basieren.

Im Philosophie-Kurs erörterten die Teilnehmer das Wesen der Zeit. Sie erschlossen sich Originaltexte ausgewählter Philosophen und erwarben ein Repertoire an wissenschaftlichen Methoden. Die Ergebnisse werden in einer philosophischen Zeitschrift festgehalten.

Dinge auf den Prüfstand stellen

Ein Programm, mit dem private Nachrichten verschlüsselt und über das Internet verschickt werden können, wurde im Informatik-Kurs entwickelt. Die Teilnehmer des Biologie-Kurses untersuchten dieses Jahr Abwehrmechanismen von Pflanzen experimentell und beschäftigten sich mit der Biologie der Pflanzen sowie mit der Chemie sekundärer Pflanzenstoffe. Interdisziplinär arbeitete auch der Chemie/Technik-Kurs: Die Schülerinnen und Schüler entwickelten ein Airbag-Rettungssystem für Modellboote.

„Die Jugendlichen werden hier ermutigt, mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Welt zu gehen. Aber niemals naiv, sondern immer reflektierend, die Dinge auf den Prüfstand stellend“, erklärte Philosophie-Kursleiter Alexander Droß. Er war beeindruckt davon, auf welch hohem Niveau im Rahmen des Kurses Gedanken geäußert wurden, die die Schüler und auch ihn „auf bereichernde Weise zum Nachdenken bringen“.